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Eltern und Erzieher informieren sich in Obernfeld über Mediensicherheit

Im Netz ist nichts sicher Eltern und Erzieher informieren sich in Obernfeld über Mediensicherheit

„Die Schlacht ums Internet haben die Eltern längst verloren“, sagt der Moderator in der ZDF-Reihe Wiso zum Thema „Gefahren im Netz“. Polizist Dierk Falkenhagen, Präventionsbeauftragter der Polizei Duderstadt, zeigt diese Filmsequenzen in seinem Vortrag zu Mediensicherheit auf einem Elternabend in der Obernfelder „Forelle“.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Obernfeld. Wissen Eltern, was ihre Kinder im Internet treiben? Und wer weiß, dass der Zugang zu Whatsapp erst ab 16 Jahren, und nur mit Erlaubnis und Kontrolle der Eltern ab 14 Jahren, erlaubt ist? Manche der Eltern nicken, viele nicht. Von dem Live-Stream YouNow hat noch keiner der Anwesenden etwas gehört: In diesem Portal lassen sich schon Neunjährige live von Unbekannten Nutzern beobachten und für ein paar Likes manipulieren. „Viele suchen hier Anerkennung, die sie woanders nicht bekommen“, erklärt Falkenhagen. Sein Rat: „Loben Sie Ihre Kinder häufig.“

Zu der Präventionsveranstaltung hatte Bettina Bode, Leiterin der Kita St. Margareta Rolls-hausen, eingeladen. Nicht nur ratsuchende Eltern sollten hier Antwort finden. Ein weiteres Phänomen der digitalen Welt beschäftige zunehmend soziale Einrichtungen, Schulen und Kindergärten: „Wir können es nicht verantworten, dass auf Veranstaltungen in der Kita jeder mit seinem Handy Aufnahmen macht, die dann bei Whats-app oder Facebook landen“, klagt Bode. Auch zu diesem Thema warnt Falkenhagen: Fremde ohne deren Zustimmung zu fotografieren, sei ohnehin nicht erlaubt. Aber auch das eigene Kind könne großen Schaden davontragen, wenn die Eltern private Fotos ins Netz stellen, denn dort sei nichts sicher. Wenn das niedliche Bild vom dreijährigen Nackedei ein paar Jahre später bei Mitschülern in der Whatsapp-Gruppe auftauche, wäre dies eine höchst peinliche Angelegenheit für den Betroffenen. „Wer glaubt, seine Daten seien im Internet geschützt, hat schon verloren“, sagt Falkenhagen. Es gebe inzwischen Tools, die versierte Nutzer dort einsetzen, wo jemand gerade bei Whatsapp aktiv ist, zum Beispiel an Orten mit öffentlichem W-Lan. So könne jede Whatsapp-Gruppe gehackt werden, und Fotos gelangten in falsche Hände.

Für Veranstaltungen rät Falkenhagen: Handy- und Fotoverbot. Bode erklärt, dass bei Festen in ihrem Kindergarten eine Einzelperson als Fotograf beauftragt werde, um die Flut an privat aufgenommenen Bildern im Netz etwas zu steuern. Später können sich die Eltern Fotos von der Kindergartenveranstaltung bestellen.

Und für Eltern gilt: Sie haben als Erziehungsberechtigte die Verantwortung und haften auch für ihre Kinder, wenn diese im Netz zu Tätern werden, wobei es schon reiche, jemanden in der Whatsapp-Gruppe zu beleidigen. Andererseits appelliert Falkenhagen an die Eltern: „Sie sind diejenigen, die zuerst merken, wenn etwas nicht stimmt.“ Wenn Kinder zu Mobbingopfern werden, zeichne sich ein verändertes Verhalten ab. Eltern sollten regelmäßig mit ihren Kindern sprechen und darauf achten, dass das Vertrauensverhältnis stimme. Wurde das Kind gemobbt oder im Netz belästigt, sei sofort der Täter im Netzwerk zu melden. „Je eher so etwas erkannt wird, desto besser sind größere Katastrophen zu vermeiden“, weiß der Polizist.

Weitere Tipps sind: Schon beim Anmelden der Geräte sollen Regeln (auch über die Kontrolle der Eltern) festgelegt werden, die unbedingt einzuhalten sind. Elektronik gehört nicht ins Kinderzimmer. Distanz zu den Geräten kann geschaffen werden, wenn diese im Arbeitszimmer der Eltern stehen, was auch die Kontrolle vereinfacht. Antivirusprogramme gibt es kostenlos auch für das Handy oder Smart-TV. Eltern sollten den Kindern vorleben, das Internet sinnvoll zu nutzen. Bei offenen W-Lan-Netzen gilt es vorsichtig zu sein, da hier Hacker leichter an Daten kommen. Bei Beleidigungen oder Mobbing muss der Täter sofort im jeweiligen Netzwerk gemeldet, notfalls die Schule informiert werden. Kameras am Bildschirm können gehackt werden, aber man kann sie abkleben oder abdrehen. Private Fotos sollten niemals ins Netz gestellt werden, weder von sich selbst, noch von den eigenen Kindern oder von anderen.

Von Claudia Nachtwey

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