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Emotionale Erinnerung an innerdeutsche Grenze

Grenzlandmuseum Emotionale Erinnerung an innerdeutsche Grenze

Um Aufbau und Fall der innerdeutschen Grenze ging es bei einem Vortrag im Grenzlandmuseum Eichsfeld. Dabei gelang es Ben Thustek, die technische Seite der Grenzanlagen, die weltpolitischen Ursachen  ihres Ausbaus ebenso darzustellen wie die Folgen für die Menschen in der Region. Ein bewegter und bewegender Diskussionsabend.

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Technik, Politik, Schicksale: Aufbau und Fall der innerdeutschen Grenze hat mehrere Phasen und verschiedene Dimensionen.

Quelle: CR

19 Jahre nach dem Fall der innerdeutschen Grenze sei dieses Kapitel der deutschen Geschichte nicht mehr im kollektiven Gedächtnis verankert, begann Thustek. In seinem Vortrag rief der pädagogische Leiter der Bildungsstätte am Grenzlandmuseum die Zuhörer immer wieder dazu auf, gegen das Vergessen vorzugehen.

Dabei zeigte er sich zuversichtlich, dass dies gelingen könne – auch mit Blick in das Publikum an diesem Abend. Jugendliche und Ältere, „die Erlebnisgeneration“, waren in die Bildungsstätte gekommen.

Phasen des Auf- und Ausbaus

Die hörten nicht nur zu, wenn Thustek von den verschiedenen Phasen des Auf- und Ausbaus der innerdeutschen Grenze berichtete, die historischen Zusammenhänge beleuchtete. Mit Fragen und persönlichen Erlebnissen bereicherten die Zuhörer den Vortrag. Davon angeregt steuerte auch Thustek immer wieder Informationen über die Auswirkungen der Grenze in der Region und Kenntnisse über Einzelschicksale bei. So wurde das Thema für alle Zuhörer, Jung und Alt, auch emotional greifbar.

Beispielsweise berichteten Zuhörer von ihren Wodka-seligen Erlebnissen mit russischen Grenzsoldaten in der Zeit bis 1952, in der es kaum Kontrollen gab. Die zweite Phase bis 1961, dem Aufbau der Sperranlagen, verdeutlichte Thustek mit dem Hinweis auf gekappte Verkehrsverbindungen: „Die alte Reichsstraße 247 war bis dahin die wichtigste Verbindung von Unter- und Obereichsfeld.“ Berichte über Verletzte am Grenzzaun aber auch über gelungene Fluchtversuche machten die Perfektionierung der Grenzanlagen in weiteren Phasen bis 1989 deutlich.

Vortrag und Diskussion endeten, wie sie begonnen hatten: mit dem Appell Thusteks, diese Ereignisse nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Dazu war dieser Abend ein Beitrag.

Von Ulrich Lottmann

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