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Empfang für Witold Stankowski im Duderstädter Rathaus

Zeichen der Versöhnung Empfang für Witold Stankowski im Duderstädter Rathaus

Zu einer „Stunde der Begegnung“, so Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU), sind am Donnerstagabend Gäste aus Polen und Duderstädter zusammengekommen. Im Mittelpunkt des Empfangs für Witold Stankowski stand das Thema Versöhnung.

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Quelle: Archiv (Symbolfoto)

Duderstadt. Auf Einladung von Matthias Gleitze, der am Spätnachmittag seine Dokumentation über den Maler Lode van der Linden präsentiert hatte, befand sich der Rektor der Staatlichen Rittmeister-Witold-Pilecke-Hochschule in Oświęcim gemeinsam mit seinen Söhnen in Duderstadt. Während des Empfangs im Rathaus trug er sich in das Goldene Buch der Stadt ein.

„Seine Magnifizenz“, wie die offizielle Ansprache Stankowskis lautet, sei „ein großer Sohn der Stadt Karthaus“, erklärte Nolte. Mit der Stadt pflegt die Stadt Duderstadt eine Städtepartnerschaft. Kürzlich war Duderstadts Bürgermeister dort zum Ehrenbürger ernannt worden. Durch die Verbindung zu Gleitze, der aus Duderstadt stammt und als erster Deutscher eine Honorarprofessur für Germanistik an der polnischen Universität angenommen hat, bestehe ein Kontakt, der zur deutsch-polnischen Versöhnung beitrage, so Nolte. Er dankte auch den übrigen Teilnehmern des Empfangs für ihren „Teil zur Friedensarbeit“. Zu Gast waren unter anderem Helmut Bernd, der sich seitens der Stadtverwaltung um die Städtepartnerschaft kümmert, und Paul Schneegans vom Deutsch-polnischen Freundeskreis.

Stankowski bezeichnete es als „Zeichen der Normalität“, dass die deutschen Gastgeber den polnischen Namen der Stadt Kartuzy nannten, während er den deutschen Namen benutzte. Der Kaschube berichtete unter anderem von seinem Vater, der als Lehrer durch einen Ortswechsel das Schicksal vieler anderer aus seinem Seminar nicht teilen musste – er wurde nicht erschossen. Anders sei es xxx Professoren gegangen. Sie seien, in dem Glauben, ein Gespräch über den Semesterbeginn zu führen, zusammengerufen worden.

Ihr Weg führte ins Lager, und für viele in den Tod. Gleitze und er, die in unmittelbarer Nähe zur Gedenkstätte Auschwitz arbeiteten, hätten den Ort, an dem dies geschehen sei, gemeinsam besucht. „Beide haben wir geweint“, erklärte Stankowski. Mit seinen Arbeiten, in denen der Historiker auch die polnische Schuld an der Vertreibung von Deutschen thematisierte, sei Stankowskis zunächst angeeckt, berichtete Gleitze. Dabei habe er einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung geleistet, der bis heute die Grundlage weiterer Forschungen bilde.

Durch Kontakte wie den in Duderstadt und die Zusammenarbeit an der Hochschule werde zu einem geeinten Europa beigetragen, sagte Stankowski. Er bot an, eine Delegation aus Duderstadt in der Kaschubei zu empfangen und gemeinsam die Gedenkstätte des Lagers Auschwitz zu besuchen.

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