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Entscheidung wegen Betrug und Urkundenfälschung vertagt

Amtsgericht Duderstadt Entscheidung wegen Betrug und Urkundenfälschung vertagt

In der Verhandlung wegen Betrugs und Urkundenfälschung gegen eine 55-Jährige, die unbefugt rund 11 000 Euro vom Sparbuch ihrer Mutter abgehoben haben soll, hat das Amtsgericht Duderstadt einen weiteren Verhandlungstag angesetzt.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Duderstadt. Die Mutter war gesundheitsbedingt nicht vernehmungsfähig. Zunächst sagte ein Bruder der Angeklagten aus, dass er eine Generalvollmacht für seinen Vater sowie die Bankvollmacht für beide Elternteile habe. Mitte November 2013 habe er gesehen, dass das Sparbuch der Mutter mehr als 16 000 Euro Guthaben aufwies. Am 26. oder 27. November 2013 habe er seine Schwester angesprochen, warum 2000 Euro abgehoben seien, aber im Haus trotzdem kein Geld zu finden sei. Ende Januar sei ihm dann aufgefallen, dass lediglich 5000 Euro auf dem Sparbuch vorhanden waren, Der Vater starb am 28. November 2013 und wurde am 2. Dezember um 11 Uhr in Duderstadt beigesetzt. Zuvor fand um 10.30 Uhr eine Rosenkranzgebet statt. Die erste Abhebung vom Konto geschah an jenem Tag um 9.03 Uhr. Weitere Abhebungen folgten am 6., 12. und 17. Dezember sowie am 2., 7. und 28. Januar. Von zwei Vorgängen gibt es Bilder einer Videoüberwachung. Nach deren Vorlage am vorangegangenen Verhandlungstag sollten die Richtigkeit des aufgedruckten Datums sowie der Zeit überprüft werden. Die Richtigkeit bestätigte ein Vertreter der Sparkasse. Das Rechenzentrum gleiche die Uhrzeit regelmäßig mit der Atomzeit ab. Daher könnten höchstens minimale Zeitabweichungen auftreten. Darüber hinaus hätten auch die Kundenberater keinen Einfluss auf das System. Der Bruder erkannte auf dem Bild seine Schwester. Ihr Ehemann erkannte hingegen nur jemanden, der seiner Frau ähnlich sehe. Auch sei eine Abhebung am Tag der Beerdigung nicht möglich gewesen, da das Paar auf direktem Weg zum Friedhof gefahren sei, weil es dort die Kränze abgeliefert und im Anschluss bis zum Rosenkranzgebet vor der Kapelle gewartet habe. Der Ehemann erklärte darüber hinaus, dass sich der Bruder trotz Vollmacht nicht um den Vater gekümmert habe und dieser sogar Angst vor seinem Sohn gehabt haben soll. Sein Verhältnis zu seinem Schwiegervater und das seiner Frau bezeichnete er hingegen als ausgesprochen gut. Und er erklärte, seine Schwiegermutter habe die Vollmacht für den Bruder der Angeklagten widerrufen wollen. Verteidiger Olaf Wiesemann beantragte zum Ende der Verhandlung die Einholung eines psychiatrischen Gutachtens über die Angeklagte, da seine Mandantin wegen der Pflege des Vaters unter starker psychischer Belastung gestanden habe und sich nicht an die Ereignisse in dieser Zeit erinnern könne. Sie habe starke Psychopharmaka eingenommen. Die Angeklagte bestätige aber, im November 2013 mit ausdrücklicher Billigung des Vaters drei Belege in einer Gesamthöhe unterzeichnet zu haben. Das Geld sei für einen Sohn der Angeklagten gewesen, der zu diesem Zeitpunkt Geld benötigte. Richter Michael Pietzek unterbrach die Hauptverhandlung und setzte die Fortsetzung für Dienstag, 23. Februar, an.

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