Volltextsuche über das Angebot:

24 ° / 16 ° wolkig

Navigation:
Erfolgsprojekt bekommt Gesicht

Busscouts Erfolgsprojekt bekommt Gesicht

550 Mal haben allein im vergangenen Schuljahr Schüler knifflige Situationen in den Schulbussen der Region geregelt. Jugendliche haben eingegriffen, wenn im Bus gedrängelt wurde, Sachen durch das Fahrzeug flogen, leichtfertig mit dem Feuerzeug hantiert wurde. Die Ausbildung so genannter Busscouts ist eine Erfolgsgeschichte für alle Beteiligten, das machten der Zweckverband Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen (ZVSN) und Polizei deutlich.

Voriger Artikel
Rechnung für Strom fingiert
Nächster Artikel
Schilder sollen Kurven-Raser in Zaum halten

Werben für Busscouts: D. Burchard (Fa. Rosenthal), A. Kaldeich, O. Moneke, D. Falkenhagen, H. Stahlmann, R. Kruse (von links).

Quelle: SPF

Sie wollen das Projekt jetzt verstärkt in der Öffentlichkeit bekannt machen, für die Bus-scouts und deren Arbeit werben. Dazu ist ein Bus des Duderstädter Unternehmens Rosenthal mit einem Bild der zwei Busscout-Trainer der Region, Axel Kaldeich und Dierk Falkenhagen, sowie der Schüler Franziska Dohmeyer (Eichsfeld-Gymnasium) und Niclas Klingebiel (Heinz-Sielmann-Realschule) beklebt worden.

„Für die Busscouts wird es einfacher, wenn sie nicht erst erklären müssen, was die da tun“, erläuterte ZVSN-Geschäftsführer Henning Stahlmann den Schritt. Bei dem Projekt gebe es nur Gewinner, führte er aus: Schüler und andere Fahrgäste würden sich sicherer fühlen, die Busfahrer während der Fahrt weniger abgelenkt, Eltern und Schule seien beruhigter angesichts der Schülerbeförderung in den Bussen.

„Das fängt bei den Haltestellen schon an: Bilshausen, Seulingen, Bernshausen – da hat sich einiges getan“, bestätigt Kaldeich. „Die Sachbeschädigungen in den Bussen sind um 30 Prozent zurückgegangen“, ergänzt Göttingens Polizeipräsident Robert Kruse. Für ihn steht jedoch ein weiterer Aspekt im Vordergrund, die Stärkung der Zivilcourage. Durch die Ausbildung zum Busscout lernten die Jugendlichen angemessene Verhaltensweisen kennen. Dadurch könnten sie zum einen Situationen einschätzen und richtig reagieren. „Die Schüler dürfen sich nicht in Gefahr begeben. Das ist oberstes Gebot“, betont Falkenhagen. Zudem werde ihr Selbstwertgefühl gestärkt. „Es ist schon auffällig, wie selbstbewusst die jungen Leute sind, wenn man mit ihnen spricht“, bestätigte Göttingens Polizeichef Thomas Rath.

Er betonte, dass die Duderstädter Polizei unter ihrem Leiter Otto Moneke hier einen Schwerpunkt der Prävention setze. Das bestätigte auch Stahlmann, der als Besonderheit des Projekts in der Region das gemeinsame Auftreten von Polizei und Busunternehmen hervorhebt. Kaldeich und Falkenhagen haben für ihren Einsatz als Busscout-Trainer eigens eine Schulung absolviert. Sie sind die Seele, und mit der Buswerbung nun auch das Gesicht des Busscout-Projekts.

Seit 2007 läuft das Projekt Busscouts. Schüler werden im Umgang mit Konflikten in den Schulbussen geschult, lernen Situationen einzuschätzen und regelnd einzugreifen. 2026 Jugendliche wurden bislang an 64 Schulen in den Landkreisen Göttingen, Osterode und Northeim geschult. 16 Ausbilder – elf Polizisten und fünf Busfahrer – haben ihnen Verhaltensweisen vermittelt, mit ihnen mögliche Situation durchgespielt. Vom beruhigenden Eingreifen im Gedränge bis hin zur Anzeige von ansonsten wahrscheinlich nicht verfolgten Körperverletzungen reicht die Erfolgsstatistik. Allein im Untereichsfeld hat die Polizei im vergangenen Jahr 550 solche Vorfälle registriert.

Von Ulrich Lottmann

Weitere Informationen unter http://www.bus-scout.com.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Feuerwehrübung in Krebeck

©Richter