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Erinnerungen im Grenzlandmuseum Eichsfeld an Mauerfall und Kofferdemo

„25 Jahre danach“ Erinnerungen im Grenzlandmuseum Eichsfeld an Mauerfall und Kofferdemo

Unter dem Titel „25 Jahre danach“ ist am Donnerstagabend eine Sonderausstellung im Grenzlandmuseum Eichsfeld eröffnet worden. Das Besondere daran: Studenten der Georg-August-Universität Göttingen und Schüler des Eichsfeldgymnasiums Duderstadt (EGD) haben die Konzepte zu den beiden  zentralen Thementeilen erarbeitet.

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Spielzeugtrabis in Vitrinen: Die Ausstellung im Grenzlandmuseum erinnert an die Grenzöffnung und die sogenannte Kofferdemo.

Quelle: Thiele

Teistungen. Zum einen geht es um den 9. November 1989 im Eichsfeld, zum anderen um die sogenannte Kofferdemo, bei der im Januar 1990 etwa 50 000 Eichsfelder gegen die Macht der Stasi mit einer symbolischen Ausreise demonstriert hatten.

Die Studenten haben den Tag des Mauerfalls in einem Minutenprotokoll aufgezeichnet, der morgens um 8 Uhr als gewöhnlicher Arbeitstag begonnen hatte und 24 Stunden später, am Morgen des 10. Novembers, die Welt verändert hatte. „Was auf den Stellwänden zu sehen ist, ist nur die Spitze des Eisberges“, erklärt Ben Thustek, Pädagogischer Leiter des Grenzlandmuseums.

Im Rahmen eines Lehrauftrages an der Uni Göttingen habe er mit den Studenten zum Thema „Zeitgeschichte im Museum“ ein Konzept zu einer Sonderausstellung erarbeitet. Das habe in seiner Umsetzung einerseits nicht viel Geld kosten dürfen, andererseits sollte es der jungen Generation Interesse an Zeitgeschichte vermitteln. „Wir haben Zeitzeugen befragt, in Archiven und im Grenzlandmuseum geforscht und hunderte Fotos recherchiert.

Schwierig war es, das umfangreiche Material, das 25 Seiten einer Facharbeit füllen könnte, für die Stellwände auf 1000 Zeichen zu kürzen“, beschreibt Thustek die Arbeitsweise. Neben Texten und Fotos sind in Vitrinen Installationen zu sehen, die auf spielerische Weise an die Ereignisse vor 25 Jahren erinnern sollen – mit Legomännchen als Koffer-Demonstranten und Spielzeugtrabis als Grenzüberquerer. Eine Diashow erinnert mit zahlreichen Bildern an die Kofferdemo.

Auch die Museumsbesucher dürfen aktiv werden: Auf Postkarten können sie ihre eigenen Erinnerungen und Gedanken zum 9. November notieren und an der Museumskasse als Zeitdokument abgeben.

Die Arbeit der Gymnasiasten ist innerhalb einer Projektwoche unter Thusteks Leitung am EGD entstanden. Die Schüler hatten Zeitzeugen zu ihren Erlebnissen vor und nach dem Mauerfall befragt und mit diesen Interviews eine Broschüre herausgebracht, die ebenfalls den Museumsbesuchern vorgestellt wird. Zur Eröffnung der Ausstellung waren auch einige Zeitzeugen gekommen.

„25 Jahre danach“ ist bis 31. Januar dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr zu sehen.

Von Claudia Nachtwey

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