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Erneute Sprengung im Seeburger See nach weiteren Munitionsfunden

Bazookas und Brandbombenreste Erneute Sprengung im Seeburger See nach weiteren Munitionsfunden

Die Detonation war heftiger als bei den beiden Handgranaten, die in der vergangenen Woche im Seeburger See kontrolliert zur Explosion gebracht wurden: Am Donnerstagvormittag wurden im See zwei Bazookas gesprengt.

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Quelle: Richter

Seeburg. Die beiden panzerbrechenden Waffen und eine weitere Handgranate amerikanischen Fabrikats hatte das Taucherteam der Schollenberger Kampfmittelbergung GmbH an einem Angelsteg an der Kreisstraße zwischen Seeburg und Bernshausen gefunden. Erneut musste deshalb Sprengmeister Jürgen Koppelmeyer vom Kampfmittelbeseitigungsdienst Niedersachsen anrücken, um die brisanten Funde  vor Ort unschädlich zu machen.

Ein lauter Knall, eine Wasserfontäne und aufgeschreckte Vogelschwärme, die über dem Schilfgürtel aufstiegen – in Sekundenschnelle war die Sprengaktion beendet. Die Bazookas waren im zweiten Weltkrieg das amerikanische Pendant zur deutschen Panzerfaust, unterschieden sich aber in Wirkung und Waffentechnik. Die Panzerabwehr-Handwaffe der US-Streitkräfte war die erste Infanteriewaffe, die mit Raketenantrieb Hohlladungsgeschosse verschossen hat.

Weitere Munitionsfunde landeten am Donnerstag sicher verstaut im Wagen des Kampfmittelbeseitigungsdienstes, um abtransportiert zu werden. Dazu gehörten Flakmunition und die Reste einer britischen Brandbombe, die die Taucher aufgespürt hatten.

Die mehr als 160 Punkte im Uferbereich, an denen Metallsonden angeschlagen hatten, haben die Taucher inzwischen nahezu abgegrast. Samtgemeinde-Bürgermeister Arne Behre (SPD) geht davon aus, dass die Suche am Freitag abgeschlossen werden kann, falls es keine neuen Funde geben sollte. Im Nachgang soll später noch der ohnehin nicht zugängliche Seerosenteppich am Seeburger Bootshaus unter die Lupe genommen werden – wenn die Seerosen verwelkt sind.

Ausgelöst wurde die Suche nach Altlasten aus Kriegszeiten  durch Mörsergranaten, die Angler am Pfingstmontag entdeckt hatten. Noch zu klären sind Höhe und Verteilung der Kosten für den Einsatz. Die Samtgemeinde als Gefahrenabwehr-Behörde hatte nach dem ersten Granatenfund die Fachfirma Schollenberger eingeschaltet, die Realgemeinden Seeburg und Bernshausen sind Eigentümer des Sees. Ein Tauchtag schlägt mit rund 2500 Euro zu Buche, 14 Tauchtage sind bereits angefallen.

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©Richter