Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Ein Fest in Licht und Farbe

Eröffnungsandacht in der neu gestalteten Basilika Ein Fest in Licht und Farbe

Die Ergebnisse des Projekts "Licht und Farbe" sollten die Besucher der Eröffnungsandacht in der Basilika am Sonnabend kennenlernen - Es war mehr als das. Das Vorbereitungsteam hatte ein Fest organisiert, das die Veränderungen der vergangenen Monate erlebbar werden ließ.

Voriger Artikel
Eine Socke zum Geburtstag
Nächster Artikel
Schöpfung und Paradies im Mittelpunkt

Probst Bernd Galluschke während der Andacht.

Quelle: Hinzmann

Duderstadt. Düstere Orgelklänge durchzogen den stockfinsteren Kirchenraum in St. Cyriakus. Nicht einmal die eigene Hand war vor Augen zu sehen, als Worte erklangen, die die Schöpfungsgeschichte aufgriffen. Gott habe das Licht vor die Finsternis geschoben, Tag und Nacht seien entstanden und damit das zeitliche Grundsystem der Welt. Dann wurde es hell im Raum.

Farbenspiel im Altarraum

"Licht ist Grundlage und Bedingung für das Leben", "Wer mir nachfolgt, der wird das Licht des Lebens haben", "Wir sollen Licht sein in der Welt" - Bibelzitate, psychologische Erkenntnisse über die gemütsaufhellende Wirkung von Licht, Erklärungen über die optische Wirkung auf die Architektur und philosophische Gedanken über das Schöne reihten sich in den Redebeiträgen und den Gesängen des Propsteichores aneinander. Unterlegt von Licht. Mal dezent und schummrig, mal weich und warm, mal strahlend und sogar in bunten Farben kam es zum Einsatz. So erstrahlte der Bereich am Hochaltar in Rot als Farbe der Liebe und Zeichen des Miteinanders, in Grün, symbolisch für Wachstum und Hoffnung, in Gelb wie die Sonne und in Blau als Verdeutlichung der Verbindung von Himmel und Erde. Selbst die "Buntheit" der Gemeinde und die Idee der Erneuerung des Taufversprechens wurden leuchtend umgesetzt: Mit Knicklichtern, die die Kirchenbesucher schwenkten, während sie im dunklen Raum "Du bis das Licht der Welt" sangen.

Blick nach oben und nach vorn

All dies diente nicht der Effekthascherei. In erster Linie nutzte Propst Bernd Galluschke die Andacht, um zu verdeutlichen, was die Kirche dank ihrer Veränderungen im Erscheinungsbild neu erlebbar mache - auch wenn einiges für manch einen Betrachter ungewohnt wirke: Architektonisch sei es ein Gewinn, dass der gotische Charakter, das Aufstrebende, nun verdeutlicht sei. Kunsthistorisch wertvoll sei, dass die Werke an den Wänden nun besser zum Vorschein kämen. Für Rollstuhlfahrer und Nutzer von Rollatoren sei es nun einfacher, Plätze einzunehmen, auch gelange man von der Seite leichter in die Bänke als bisher, außerdem sei "mehr Theologie" in der Kirche zu entdecken - auch von Laien. Der Blick werde nach oben und nach vorn, auf die Apostel und mit den Heiligen geführt - zum Altar und zum Himmel. Beim Betreten werde die Konzentration stärker auf den Sakralraum gelenkt. Auch für ihn, der während der Messe überwiegend in die andere Richtung blickt, habe sich eine Veränderung ergeben: "Ich sehe Sie besser", sprach er die Gemeinde an - und fügte schmunzelnd hinzu: "Keine Sorge, ich zähle nicht." Vielmehr stehe dadurch der Mensch mehr im Mittelpunkt.

Gespräche bei Basilika-Wein

Die Beteiligten an der Planung und Umsetzung der monatelangen Umbauarbeit der jüngsten Basilika Deutschlands, die nun auch mit einem EC-Gerät statt einer Spendendose ausgestattet ist - "Schließlich kommen auch viele Touristen hierher", wie Galluschke erklärte - nahmen in großer Zahl an der Feier teil. Sie standen im Anschluss an die Andacht für Fragen zu Verfügung - bei Käsehäppchen und Basilika-Wein. Sie trafen auf alle die, von denen der Propst sagte, sie hätten ebenfalls dazu beigetragen, die Basilika zum Strahlen zu bringen: die Gemeindemitglieder, die gespendet oder gebetet hatten. Ein besonderer Abend in einem besonderen Raum.

 

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Herbstfest in Rhumspringe

©Richter