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Eröffnungsrede zum Fest der Einheit von Horst Dornieden

Bürgermeister von Teistungen Eröffnungsrede zum Fest der Einheit von Horst Dornieden

Ein „Fest der Freiheit“ an authentischem Ort hat am Sonnabend Teistungens Ortsbürgermeister Horst Dornieden (CDU) eröffnet. Hier seine Eröffnungsrede im Wortlaut.

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Bürgermeister von Teistungen:  Horst Dornieden

Teistungen. Prof. H.-G. Näder Bürgermeister, Bundes-, Landtags- Kreistagsabgeordnete, Vorstandsmitglieder Liebe Sponsoren, Unterstützer und Förderer des Grenzlandmuseums und dieses Festes der Einheit Eichsfeld, vor 25 Jahren sorgte die friedliche Revolution der Menschen in der damaligen DDR für den Sturz der SED-Diktatur und den Fall der Menschen verachtenden brutalen Grenze und Mauer.

Wohl in keinem Teil Deutschlands wurde die Teilung Deutschlands so schmerzhaft empfunden wie im Eichsfeld. Die Trennungslinie der Königreiche Preußen und Hannover wird für die Eichsfelder schmerzlich bewusst, als die Alliierten nach dem verlorenen 2. Weltkrieg diesen Grenzverlauf zur Teilung unseres Vaterlandes festlegen.

Ein unüberwindbares Grenzbollwerk teilt über 40 Jahre Deutschland, das Eichsfeld und zerschneidet Familien und wirtschaftliche Bande. Vor 1989 waren Eichsfelder auf der einen Seite der Todesgrenze im freien demokratischen Teil, die anderen auf der Seite einer kommunistischen Diktatur.

Vor 25 Jahren haben die Menschen in der DDR, die sich für Freiheit und Demokratie engagierten, obwohl ihr Leben nachhaltig beeinträchtigt wurde, unglaubliches erreicht. Die SED-Diktatur wurde gestürzt und ein Unrechtsstaat hatte abgewirtschaftet und war am Ende. Ängste, permanente Einschüchterungen, Unterdrückung, Bespitzelung durch Staatssicherheit, Freiheitsberaubung, hatten ein Ende.

Wir konnten uns aus der Zwangsjacke der sozialistischen Diktatur befreien. Das Grenzlandmuseum Eichsfeld als Mahn- und Gedenkstätte ist bemüht, die jüngere Geschichte interessant und verstehbar zu vermitteln. Der Ansatz, der Schlüssel liegt im Verstehen der Vergangenheit, Folgen des Krieges, Leben in zwei deutschen Staaten, Leben und Alltag in der SED-Diktatur.

Meine Damen und Herren ,
viele von uns haben es erlebt: Unrecht und Diktatur bringen Unterdrückung und Tod.

An die 300.000 Opfer und über 900 Tote an der Grenze sind ein schrecklicher Beleg des Unrechts der SED-Diktatur. Die Lebenden haben die Verpflichtung, sich daran zu erinnern. Die Vergangenheit zu verstehen hilft auch, die Probleme unserer Zeit zu lösen.

Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist notwendig, um noch größeres Vertrauen in unsere freiheitliche demokratische Ordnung in die politischen Institutionen und Akzeptanz in unser Gemeinwesen zu bekommen. Die aktuelle Diskussion in Thüringen um einen möglichen Ministerpräsidenten aus der SED-Nachfolgepartei „Die Linke“ zeigt, wie schmerzlich es ist, dass die Peiniger von früher möglicherweise bald wieder vor den Opfern stehen.

Das zeigt aber auch, dass die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit längst nicht abgeschlossen ist. Neben denen, die das sozialistische System der DDR vertraten und für deren Bestand wirkten, finden sich offensichtlich erneut Anhänger, die unserer freien, sozialen Marktwirtschaft nicht vertrauen.

Meine Damen und Herren ,
Im Eichsfeld wurde in den letzten 25 Jahren viel erreicht, auf das wir alle stolz sein können.

Gerade im Thüringer Teil ist durch die gesamtdeutsche Solidarität eine neue Infrastruktur aufgebaut worden, zahlreiche Arbeitsplätze geschaffen. Für die Eichsfelder wurden viele soziale Leistungen und Absicherungen geschaffen und bereitgestellt.

Es geht uns gut, wir haben allen Grund zu feiern. Wir feiern das Fest der Einheit des Eichsfelds, den Fall der Todesgrenze, ein Fest der Freiheit. Dass dies an diesem historischen Wochenende möglich ist, verdanken wir allen, die dieses Fest erst ermöglicht haben.

Sponsoren, Eichsfelder Firmen, Institutionen und allen voran und stellvertretend für alle, aber Ihnen ganz besonders Danke, Prof. H.-G. Näder. Die Firmengeschichte der Firma Otto Bock steht exemplarisch für die Folgen einer geteilten und einer vereinten erfolgreichen deutschen Wirtschaftsgeschichte. Danke den vier Eichsfelder Städten, die die Eichsfelder Stärke repräsentieren. Danke den Bürgermeistern stellvertretend für alle Eichsfelder, die sich großartig engagieren.

Danke den Ausrichter der Veranstaltung, Ralf Halbhuber, dem gesamten Team von Studio 1, HIG. Allen Mitarbeitern des GLM – dem Team um P. Schneegans, den freiwilligen Helfern, Feuerwehren, Polizei Hilfsdiensten und Mitarbeitern der Bauhöfe Duderstadt und Teistungen.

Meine Damen und Herren,
mein Wunsch, den ich mit diesem Fest verbinde ist nicht nur, dass wir die Arbeit des GLM/EIC stärken und unterstützen, sondern dass wir als Eichsfelder unsere Probleme, die wir haben, wieder als

gesamteichsfeldische Probleme wahrnehmen und als eine gemeinsame Region für Problemlösungen eintreten. Lasst uns Eichsfelder auch zukünftig zusammenstehen heute beim Fest der Einheit und Freiheit und in Zukunft - stolz, niemals scheu verbunden und treu.

Danke!

Bilder vom Fest der Einheit

Impressionen vom Fest der Einheit in Teistungen.

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©Richter