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Erschreckende Bilanz für die Bundesstraße 446

Polizei wertet Unfallberichte aus Erschreckende Bilanz für die Bundesstraße 446

Sechs Tote auf 20 Kilometern Bundesstraße innerhalb von drei Jahren. Diese Bilanz zog die Duderstädter Polizei, nachdem in diesem Jahr wiederum zwei schwere Verkehrsunfälle und zwei weitere Tote auf der B 446 gegeben hat. Was macht die Strecke so gefährlich?

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Die Unfallberichte der Jahre 2008 bis 2010 haben sich Kommissariatsleiter Otto Moneke und der Leiter des Streifen- und Einsatzdienstes Hermann Niesen vorgenommen, um das herauszufinden. Sie haben nun ein klares Bild von Ort und Ursache der Unfälle. Eine Erklärung für deren Häufung liefert die Statistik aber nicht. Der erhoffte Hinweis auf konkrete Gegenmaßnahmen blieb aus. Deshalb will die Polizei nun mit einer Reihe von Aktionen reagieren.

„Es ist eine erschreckende Bilanz, aber sie ist eigentlich nicht erklärbar“, sagt Moneke beim Blick auf die Unterlagen. Niesen hatte sie angefordert und ausgewertet. Anschließend haben sich die Ordnungshüter die B 446 zwischen Duderstadt und Holzerode, dem 20 Kilometer langen Teilstück im Zuständigkeitsbereich des Kommissariats, genau angesehen. „Es ist eine Strecke ohne Auffälligkeiten, ohne für Verkehrsunfälle typische Besonderheiten“, fasst Moneke zusammen.

Dennoch passierten in 2008 bis 2010 hier 15 Verkehrsunfälle. Neben sechs Toten gab es 21 Schwer- und acht Leichtverletzte. Die Auswertung der Unfallberichte zeigt zudem: Die 15 Unfälle passierten an verschiedenen Orten (in der Grafik, inklusive der zwei Unfälle in 2011, mit rotem Punkt markiert). Einen Unfallschwerpunkt gibt es nicht.

Zehn verschiedene Ursachen listet die Polizei auf: Vier Mal haben Autofahrer die Vorfahrt missachtet, bevor es zum Crash kam, drei Mal war nicht angepasste Geschwindigkeit Ursache, daneben gibt es acht weitere Auslöser und somit keine eindeutige Erklärung für die Unfälle. Sie sind zudem keiner bestimmten Jahres- oder Tageszeit zuzuordnen, Witterung oder Lichtverhältnisse scheiden als Erklärversuch aus. Auch das Alter der Unfallfahrer und -opfer gibt keinen Hinweis, es liegt zwischen 29 und 51 Jahren.

Einzige Auffälligkeit: Alle Unfallbeteiligten waren ortskundig, wohnen oder wohnten im Einzugsbereich und kannten den Straßenverlauf. In Kombination mit einer unproblematischen Streckenführung könne das zu Routine, Leichtsinn und Nachlässigkeit führen, sagt Moneke. Sein Appell an die Autofahrer ist deshalb: Auch und gerade auf der vermeintlich bekannten Strecke konzentriert fahren, sich beispielsweise nicht durch Telefonieren mit dem Handy ablenken lassen. Ansonsten rät er achtsam, vorausschauend und defensiv zu fahren. „Das sind alles Selbstverständlichkeiten“, räumt er ein. Er betone das dennoch, weil solche Appelle Wirkung zeigten. Moneke verweist auf die Präventionsarbeit mit jungen Autofahrern, bei der grundsätzliche Verhaltensregeln angesprochen und gezielt zur Vorsicht auf der B 446 aufgefordert werde. Junge Autofahrer sind nicht unter den Unfallbeteiligten der Jahre 2008 bis 2010.

Moneke belässt es nicht bei Appellen. Er kündigt Sonderkontrollen zur Verkehrsüberwachung, Geschwindigkeitsmessungen, verstärkte Präsenz auf der Strecke und die Einrichtung eines Verkehrsprojektes „B 446“ durch die Göttinger Bereitschaftspolizei an. Ausgerüstet mit ihren Unterlagen will er zudem in das nächste Treffen der Verkehrsunfallkommission gehen. Dann wird mit Verantwortlichen von Straßenbaubehörde, Stadt und Landkreis über mögliche baulicher Maßnahmen gesprochen.

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©Richter