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Erstes Klosterfrühstück 2015 bei den Ursulinen in Duderstadt

Märchen für die Seele Erstes Klosterfrühstück 2015 bei den Ursulinen in Duderstadt

„Märchen sollten nicht gedeutet werden, Märchen deuten uns“, erklärte Annemarie Hug. Sie habe festgestellt, dass die jeweilige Lebenslage des einzelnen ausschlaggebend dafür sei, was in einem Märchen gefunden werde. Die 83-Jährige beschäftigt sich seit mehr als 30 Jahren intensiv mit Märchen aller Kulturkreise und wurde als Referentin zum ersten Klosterfrühstück 2015 von Veranstalterin Sabina Mitschke ins Ursulinenkloster eingeladen.

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Mit dem Vortrag von Märchen und deren Hintergründen regt Annemarie Hug lebhafte Gespräche beim Klosterfrühstück an.

Quelle: Thiele

Wie im vergangenen Jahr stehen die Frauenfrühstückstermine unter dem Motto „Lebensalter – Alt werden – Jung bleiben“. Mit knapp 40 Teilnehmerinnen hatte das Klosterfrühstück, das Mitschke seit drei Jahren leitet, Rekordbesucherzahlen zu verzeichnen. Hug erklärte zur Einführung die Unterteilung in Volksmärchen, Kunstmärchen und Grimmsche Märchen. Letztere würden eine Mischung aus den beiden erstgenannten sein. Und sie erklärte, was Märchen auf keinen Fall seien, nämlich Geschichten für Kinder oder Menschen mit kindlichem Gemüt. „Dort, wo Frauen am stärksten unterdrückt wurden, sind Märchen mit den stärksten Frauenfiguren entstanden“, betonte Hug. Durch Märchenarbeit sei sie selbst auch in Kirchen- und Glaubensfragen kritischer geworden – und dennoch gläubige Katholikin, erklärte die Duderstädterin. Bevor sie sich mit den Märchen eines Kulturkreises beschäftige, informiere sie sich über dessen Geschichte, Politik und Religion, um den richtigen Zugang zu finden. Die intensive Arbeit mit Märchen habe ihre Toleranz enorm beeinflusst. „Frau Holle gibt es in vielen verschiedenen Ländern, die Themen der Welt und die Gefühle der Menschen sind überall gleich“, sagte Hug.

In einem gepolsterten Lehnstuhl sitzend, begann sie nach dem Frühstück, mit bewegter Körpersprache Märchen „für die Seele“ zu erzählen. Die Teilnehmerinnen lauschten gebannt. In einer kurzen Pause blieb Zeit, über das Gehörte zu diskutieren, was sofort wahrgenommen wurde.  Zum Abschluss gab es das moderne Kunstmärchen von einem Glückspilz, der sein Glück jedoch ständig übersah. „Man sollte die Augen öffnen für das, was vor einem liegt“, fasste Mitschke die Botschaft zusammen und gab weitere Termine im Ursulinenkloster bekannt:

Am Freitag, 27. März, zeigt Günter Kraus eine Tonbildschau zum Thema „Auf den Spuren Jesu“ von seiner Pilgerreise ins Heilige Land. Beginn ist um 18 Uhr in der Liebfrauenkirche. Der Eintritt ist frei, es wird um Spenden gebeten.
Das nächste Klosterfrühstück findet am Donnerstag, 16. April, ab 9 Uhr statt. Infos bei www.ursulinen-duderstadt.de.

Von Claudia Nachtwey

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