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Erstes Whisky-Training im Duderstädter Ratskeller überrascht

Alles andere als trocken Erstes Whisky-Training im Duderstädter Ratskeller überrascht

Erstaunlich: Am Morgen danach ist nichts zu spüren davon, dass am Sonnabendabend im Duderstädter Ratskeller doch einige Gläser Whisky über den Tisch gegangen sind. Dort hat der Catering Service Oppermann erstmals ein Tasting des edlen Tropfens veranstaltet.

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Augen, Nase, Mund: Jürgen Werner erklärt, welche Sinnesorgane zum Einsatz kommen müssen, um einen Whisky zu genießen.

Quelle: Eckermann

Duderstadt. Nüchtern betrachtet handelte es sich dabei um einen wissenschaftlichen Vortrag, den Jürgen Werner von der Whiskyakademie in Wendelnstein präsentierte. Er informierte über die Entstehungsgeschichte des hochprozentigen Getränks und erklärte die verschiedenen Schritte im Herstellungsprozess. Außerdem erklärte er die Auswirkungen des während der Reifung verwendeten Fasses auf den Geschmack des Getränks und die Folgen geeigneter und ungeeigneter Lagerung der abgefüllten Flaschen. Das Wissen des Whiskykenners, der sich seit 25 Jahren mit dem Getränk beschäftigt, schien beinahe unerschöpflich. Jede Frage eines der Teilnehmer der auf 20 Tester begrenzten Veranstaltung beantwortete er souverän und mit viel Witz.

Nüchtern betrachtet hätte es also ein unterhaltsamer Abend mit dem Ziele des Wissensgewinns sein können. Doch niemand blieb nüchtern. Denn Teil des Tastings war es, Whiskys und Whiskeys, je nach Herkunftsland unterscheidet sich die Schreibweise, zu kosten – und hierbei erlebten die Teilnehmer echte Überraschungen. „Wir haben heute ein paar Feinerle dabei“, hatte Werner in feinstem Fränkisch angekündigt. Und er hielt Wort und gab auch Sonderabfüllungen und Raritäten ins Glas.

Zunächst beschäftigten sich die Tester mit einem Baby, einem noch nicht im Fass gereiftem Whisky, dessen Geschmack eher an Grappa erinnerte und der noch vollständig farblos war. „80 Prozent des Geschmacks kommen aus dem Fass“, erklärte Werner und berichtete von verschiedenen verwendeten Holzarten und Methoden wie einem Anbrennen des Holzes, um zu intensiveren Geschmacksergebnissen zu kommen und Charakter ins Glas zu bekommen.

Anschließend tranken sich die Teilnehmer von der milden Mädchen-Variante aus den USA – „Kein Whiskey, der die Cola kaputtmacht“, erklärte Werner – über Irland und Schottland zu einem Laphroaig As we get it. Dabei wurde das Prozedere immer weiter präzisiert: Vorsichtiges Schwenken und Betrachten, wie die Flüssigkeit abläuft, Bestimmung der Farbe, sofern es sich um einen Ungefärbten handelt, Nase ins Glas: Vanille? Heublumen? Omas Apfelkuchen? Werner rief die Teilnehmer dazu auf, das Wahrgenommene möglichst einprägsam zu beschreiben. Dann erst werde ein Schluck genommen – keiner gegen den Durst – und bis zehn gezählt. „Wie verändert sich der Whisky im Mund“, solle sich jeder fragen, der sich mit dem Genuss beschäftigt. Und mit dem Abgang: Ist der Geschmack mit dem Schlucken weg oder gibt es einen Nachhall?

Der Laphroaig demonstrierte eindrucksvoll, was es mit dem Abgang auf sich hatte. Er blieb. Und blieb. „Blöd für die, die ihn nicht mögen“, flachste Werner. Und dies dürfte tatsächlich beim ein oder anderen der Fall gewesen sein. „Beherzter Biss in einen Holzscheit frisch vom Lagerfeuer“, lautete beispielsweise eine der Beschreibungen des Geschmacks: Nicht jeder mag‘s eben rauchig. Übrigens: Am nächsten Morgen ist der Rauch verflogen, ebenso wie der Alkohol.

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©Richter