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Erweiterte Fraktionssitzung zu Treffen des „Freundeskreises“

Informationen gegen Unsicherheit Erweiterte Fraktionssitzung zu Treffen des „Freundeskreises“

Die Frage nach dem Umgang mit den Treffen des „Freundeskreises Thüringen / Niedersachsen“ in Duderstadt hat die jüngste erweiterte Fraktionssitzung der Wählergemeinschaft Duderstädter Bürger (WDB) bestimmt.

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Lothar Dinges, Fraktionsvorsitzender im Rat der Stadt Duderstadt sowie im Ortsrat Duderstadt, Mitglied der WDB und engagiert im "Bündnis gegen Rechts".

Quelle: Pförtner

Duderstadt. Nach eingehender Diskussion einigten sich die Kommunalpolitiker in der Gaststätte Zum Halben Mond, sich weiter gegen das Erstarken rechter Kräfte stellen zu wollen.

Dass die WDB von Beginn an zum Protest gegen die sonntäglichen „Freiheitlichen Bürgertreffs“ des „Freundeskreises“ aufgerufen hatte, und dass einige Mitglieder heute Teil des neu gegründeten „Bündnisses gegen Rechts“ sind, hielt die Kommunalpolitiker nicht davon ab, grundlegende Überlegungen darüber anzustellen, ob der Umgang mit dem „Freundeskreis“ der richtige sei. So stellte Engelbert Gatzemeier die Frage, die seit dem Bekanntwerden der „Freiheitlichen Bürgertreffs“ in Duderstadt immer wieder auftauchte: „Wäre es nicht besser gewesen, die Treffen zu ignorieren?“

Gatzemeier berichtete von seinen Erfahrungen aus Dresden, wo er seit Monaten die Demonstrationen der Pegida erlebe. Er sei zu dem Schluss gekommen, dass es einer besseren Informationen der Bevölkerung bedürfe, um verunsicherte Eichsfelder nicht in die Arme von Parteien im rechten Spektrum zu treiben. Speziell in Westerode bestehe seiner Ansicht nach eine große Unsicherheit, seit nach einem Brand eine Roma-Familie für mehrere Tage in der Mehrzweckhalle untergebracht worden war und seit Flüchtlinge im Rosenthaler Hof lebten. Gatzemeier regte an, eine Podiumsdiskussion mit Bundestagsabgeordneten zu organisieren.

Lothar Dinges stimmte Gatzemeier zu, dass die Alternative für Deutschland (AfD) und Organisationen aus dem rechten Spektrum mit den Sorgen der Bürger arbeiteten, sagte aber, er hätte das „Totschweigen“ des Phänomens „Freundeskreis“ für Falsch gehalten. „Die AfD wird geentert von rechten Netzwerken im Hintergrund“, glaube er. Er fürchte, dass sowohl Ideologien als auch finanzielle Unterstützung der extremen Rechten in die AfD eingebracht würden. Nach außen stelle sich der „Freundeskreis“ zahm und bürgerlich dar, doch die Vernetzungen mit der „Ein-Prozent-Bewegung“ und der NPD seien ein klares Indiz dafür, dass dort Rechte am Werk seien.

Dinges, der sich auch im „Bündnis gegen Rechts“ engagiert, regte an, die Aktivitäten gegen Rechts auszuweiten. Unter anderem hoffe er, dass die Fraktionen im Rat der Stadt sich auf eine gemeinsame Resolution einigen könnten. Bisher habe es dafür keine Zustimmung der CDU gegeben.

Dennoch werde das Bündnis weiter versuchen, für die sonntäglichen Kundgebungen gegen den „Freundeskreis“ auch Redner aus den Reihen der CDU und der Jungen Union zu gewinnen, kündigte Dinges an. Jetzt, da eine „andere Atmosphäre“ herrsche als bei den „Lärmkonzerten“ am Obertor, würden die Kundgebungen als eigenständige Informationsveranstaltungen gestaltet.

Rainer Nowak lobte, dass sich mittlerweile neben den Oppositionsparteien in Stadtrat auch Kirchen, Elternvertreter, Nachbarschaftshilfen, Gewerkschaften und Vereine im „Bündnis gegen Rechts“ engagierten. Dinges kündigte zudem an, dass sich die Parteienvertreter auf einen Beraterstatus zurückzögen, damit die parteiliche Unabhängigkeit der Gruppe noch deutlicher werde. Unter anderem würden demnächst Sprecher benannt, die keiner Partei angehörten.

Reden, Musik und Picknick

Der „Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen“ hat für Sonnabend, 23. Januar, um 16 Uhr erstmals eine „Mahnwache“ auf dem Marktplatz in Lindau, am Sonntag darauf um 17 Uhr wieder ein Treffen am Duderstädter Westerturm angezeigt. In Lindau ruft das Bündnis „Bunt statt braun“ zu einer Gegenveranstaltung auf, der Markt und ein Teil des Bischof-Diederich-Platzes werden ab 14 Uhr für den Verkehr gesperrt.

Die Duderstädter Gegenkundgebung beginnt am Sonntag um 16.30 Uhr am Rathaus – verbunden mit Live-Musik und einem „Winterpicknick“. Die Gegner des „Freundeskreises“ treten jetzt unter dem erweiterten Namen „Bündnis gegen Rechts – Duderstadt bleibt bunt“ an.

Hans Georg Schwedhelm will aus Lindau  berichten, Gastredner ist nach Landesumweltminister Stefan Wenzel (Grüne) und Landrat Berhard Reuter (SPD) diesmal Florian Glombik von der Jungen Union. 

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Bunt statt braun

Gegen die Kundgebung des „Freundeskreises Thüringen / Niedersachsen“ haben am Sonnabend nach Polizeiangaben mehr als 280 Teilnehmer demonstriert. Beim „Freundeskreis“ zählte die Polizei etwa 80 Personen, darunter Obereichsfelder NPD-Aktivisten und den Eichsfelder NPD-Vorsitzenden Thorsten Heise.

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