Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Falsche Angaben sollten Aufenthalt ermöglichen

Vaterschaft vorgetäuscht Falsche Angaben sollten Aufenthalt ermöglichen

Weil sie in ihrem Antrag auf Aufenthaltsrecht in Deutschland falsche Angaben gemacht hat, ist eine 20 Jahre alte Serbin am Donnerstag am Duderstädter Amtsgericht zu sechs Monaten Freiheitsstrafe verurteilt worden. Die Strafe wird zur Bewährung ausgesetzt.

Voriger Artikel
Polnischer Kleintransporter total überladen
Nächster Artikel
Mit Hexe Huckla Englisch lernen
Quelle: dpa

Duderstadt. Die Mutter aus Serbien, ein Deutscher erkennt die Vaterschaft für das noch ungeborene Kind an - damit ist es für die Familie grundsätzlich möglich, in Deutschland ein Aufenthaltsrecht zu erlangen. Doch was, wenn der Vater möglicherweise nicht der Vater ist und es Hinweise darauf gibt, dass er keine Beziehung zu der Frau hat, die behauptet, die Mutter seines Kindes zu sein?

Und was, wenn der als gemeinsame Wohnung angegebene Aufenthaltsort allein vom Deutschen und seinem Bruder bewohnt wird, offenbar aber nicht von der Frau, die auf ein Bleiberecht in Deutschland hofft? Mit Fragen wie diesen hatte sich das Duderstädter Amtsgericht am Donnerstag zu beschäftigen - und mit einem Zeugen, der sich in Widersprüche verstrickte.

Intime Beziehung

Der 31-Jährige, der die Vaterschaft des im Dezember 2014 geborenen Kindes anerkannt hat, bestand am Donnerstag darauf: Er habe zum Zeitpunkt der Zeugung des Kindes eine intime Beziehung mit der heute 20 Jahre alten Mutter des Kindes gepflegt. Als er im Januar selbst wegen Verstoßes gegen das Aufenthaltsrecht vor Gericht gestanden hatte, hatte er dies vehement abgestritten, hielt ihm Richter Michael Pietzek vor.

Damals habe er behauptet, sie „nie angefasst zu haben“. Der 31-Jährige erklärte seine vermeintliche Falschaussage im ersten Verfahren mit „Angst vor dem Gefängnis“, daher habe er die Vorwürfe bestätigt. Weder die Staatsanwaltschaft noch der Richter glaubten ihm dies. Schließlich sei es im Verfahren gegen ihn um einiges gegangen: Der Mann war im Januar zu sechs Monaten Freiheitsstrafe zur Aussetzung auf Bewährung verurteilt worden.

Wer den Jungen, das dritte Kind der heute 20-Jährigen, gezeugt hat, blieb unklar. Jedenfalls hielt es das Gericht für gelogen, dass die Mutter mit dem 31-Jährigen zusammenlebte, wie es beide im Antrag zur Erlangung des Aufenthaltsrechts unterschrieben hatten. Verschiedene Ortstermine - in der Wohnung des Mannes, bei der jungen Frau und auch bei ihren Schwiegereltern - hätten ergeben, dass sie offenbar keine Lebensgemeinschaft mit dem rechtlichen Vater ihres Kindes pflegte.

Absprachen getroffen

Stattdessen standen Aussagen im Raum, die im Zuge des Verfahrens gegen den Mann gefallen waren. Darin hieß es, der Schwiegervater der Frau und der Deutsche hätten eine Absprache getroffen. Auch von Geld zu seiner „Unterstützung“ sei die Rede gewesen. Zudem hatte der 31-Jährige im ersten Verfahren ausgesagt, der Schwiegervater der jungen Frau habe ihm gedroht.

Einen DNA-Test zur Klärung, ob es sich um eine Scheinvaterschaft handele oder nicht, ordnete Pietzek nicht an. Die falsche Angabe zum Wohnort der jungen Frau genüge für eine Verurteilung, begründete er. Er verurteilte sie zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten, ausgesetzt zu zwei Jahren Bewährung.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Feuerwehrübung in Krebeck

©Richter