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Fanfaren- und Spielmannszüge in Lindau

„Happy“ im Heavy-Metal-Shirt Fanfaren- und Spielmannszüge in Lindau

Manche verbinden das Stichwort „Spielmannzug“ noch immer mit steife Marschmusik, in die Jahre gekommenen Herrschaften und eher mäßiges musikalisches Können. Mit diesen Klischees haben am Wochenende mehr als 70 Teilnehmer eines Workshops im Lindauer Musikzentrum aufgeräumt.

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Abschlusskonzert mit Workshop der Spielmans- und Fanfarenzüge.

Quelle: Vetter

Lindau. Notenständer, Instrumente und jede Menge Menschen stehen am Sonntagnachmittag eng aneinander in dem eigentlich großen Raum im Musikzentrum. Eng ist es beim Abschlusskonzert des gemeinsamen Workshop-Wochenendes: Rund 70 Teilnehmer, die zuvor nach Instrumentengruppen verteilt geübt hatten, tragen vor, was sie über das Wochenende einstudiert hatten.

„Happy“ und „Hello“

Die Spielmannszüge aus Moringen und Gieboldehausen, die Musiker des Tambourcorps aus Herzberh, die Fanfarenzüge aus Harste, Neuhof und Lindau sowie der Musikzug Mingerode sind mit Mitspielern vertreten, als der Dirigent anzählt: Dann schallt Pharrell Williams᾽ „Happy“ durch den Raum – gespielt auf Blas- und Schlaginstrumenten. „Wir spielen nicht nur traditionelle Stücke“, erklärt Ramona Lenzner-Pollmann, Vorsitzende der Musikvereinigung Bezirk Harz, die das Wochenende auf dem Hopfenberg organisiert hatte. Zwei Lieder habe sich die Gruppe vorgenommen, „Happy“ und Adeles „Hello“ – Stücke, die man nicht zwangsläufig mit Fanfaren- und Spielmannszügen in Verbindung brächte.

Musik und Motivation

Gemeinsam mit Christoph Weber und Robert Brenner von der Ausbildungsakademie der Bundeswehr in Koblenz haben die Teilnehmer des Kurses Atmung, Ansatztechnik und  Schlagtechnik gelernt. Aber sie hätten sich auch mit Motivationstechniken und dem richtigen Auftreten bei Auftritten beschäftigt, erklärt Lenzner-Pollmann. Scließlich handele es sich bei einem Workshop nicht nur um ein musikalisches Trainingsprogramm, sondern auch um ein Gemeinschaftserlebnis.

Daran nahmen am Wochenende vor allem junge Leute teil. „Ein Drittel etwa ist noch nicht volljährig“, erklärt Lenzner-Pollmann, viele seien junge Erwachsene. Und ohne die Uniformen ist diesen anzusehen: Es sind ganz normale junge Leute, die hier musizieren: Vom modischen Label-Outfit bis zum Heavy-Metal-Shirt sind alle möglichen Bekleidungen dabei. Wieder ein Klischee weniger.

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©Richter