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Fangemeinde der Herrnhuter Sterne wächst nun auch auf Facebook

Zackige Karriere Fangemeinde der Herrnhuter Sterne wächst nun auch auf Facebook

Im Internat der Herrnhuter Brüder-Unität baute vor etwa 160 Jahren ein Erzieher im Mathematikunterricht den ersten 25-zackigen Weihnachtsstern. Damit sollte unter anderem den Schülern ein besseres geometrisches Verständnis vermittelt werden.

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Angela Kunz zeigt das Herrnhuter Original aus der Lausitz mit 25 Zacken fertig und rechts auf dem Tisch im Bausatz.

Quelle: Richter

Duderstadt. Dass mit diesem mathematischen Exempel der Grundstein einer „Sternkarriere“ gelegt worden war, hat der Lehrer wohl nicht geahnt. Heute sind die oppulenten dreidimensionalen Herrnhuter Sterne in vielen deutschen Innenstädten die Highlights der Adventsbeleuchtung. Inzwischen haben sie eine eigene Facebook-Seite.

Diese hat die Duderstädterin Angela Kunz, offiziell von der Herrnhuter Manufaktur authorisierte  Fachhändlerin, Anfang November ins Leben gerufen. Die „Likes“ steigen täglich, die Fangemeinde ist groß. Auf der Seite werden Videos gepostet, die das Zusammenbauen der Sterne beschreiben, es werden Dekovorschläge mit Fotos gegeben, Erfahrungen ausgetauscht und Neuigkeiten verbreitet. Doch was ist so besonders an den Herrnhuter Sternen? Darauf antwortet Kunz pragmatisch: „Sie sind einfach schön!“

In ihrem Teeladen in der Duderstädter Marktstraße gibt es Bausätze: drei- und vierkantige Spitzen in verschiedenen Größen, Kabel, kleine Steck-Elemente, die die Zacken – das Original hat immer 25 davon - zusammenhalten sollen. Die Anleitungsbroschüre ist mehrseitig. „Am besten sortiert man erstmal die Einzelteile“, rät Kunz, die schon zahlreiche Herrnhuter zusammengesteckt hat. Bei ihr sieht die Sache recht einfach aus. Man muss also kein Mathematiker sein, aber ein grundlegendes räumliches Verständnis wäre wohl hilfreich. Wem das dennoch zu viel ist, kann sich gleich einen fertigen Herrnhuter Stern besorgen. „Eine Schülerin hilft uns beim Basteln“, verrät Kunz.

Besonders in Duderstadt haben die Herrnhuter durch die Initiative des Treffpunkt Stadtmarketings „Duderstadt im Sternenglanz“ eine besondere Bedeutung erlangt. In Zeiten knapper öffentlicher Mittel wurden seit 2012 die Duderstädter Hausbesitzer und Ladeninhaber aufgerufen, die Initiative mit Sternenschmuck zur Adventszeit eigenständig zu unterstützen. Nicht nur über dem Portal von St. Cyriakus leuchtet ein Herrnhuter zur weihnachtlichen Einstimmung, der mit seinem Durchmesser von 1,30 Metern zu den größten seiner Spezies gehört. Die kleinsten messen etwa zehn Zentimenter im Schnitt. Die Farben sind klassich gelb, weiß oder rot und neuerdings auch blau.

Von Claudia Nachtwey

Tradition aus der Lausitz

Ursprünglich bastelten die Herrnhuter Kinder die Sterne am ersten Adventssonntag und trugen den Brauch in die Familien. Den ersten stabilen zusammensetzbaren Weihnachtsstern erfand Pieter Hendrik Verbeek Ende des 19. Jahrhunderts.

Die mit kleinen Metallrahmen versehenen Papierzacken wurden auf einen durchbrochenen Metallkörper geschoben. So konnte der Stern zusamengelegt werden und wurde über die Herrnhuter Missionsbuchhandlung vertrieben. 1925 meldete Verbeek das Patent über die Sterne an und gründete die Sternengesellschaft.

Bis heute gibt es im sächsischen Herrnhut das Ladengeschäft, wo seit 1925 die Herrnhuter Sterne angeboten werden. Neben der Schauwerkstatt informiert eine Ausstellung über die Geschichte der Sterne.

 

Facebook-Seite der Herrnhuter Sterne

Webseite der Herrnhuter Sterne

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