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Fast 100 Jahre deutscher Geschichte in einer Familie lebendig

Fünf Generationen Fast 100 Jahre deutscher Geschichte in einer Familie lebendig

Dass Familien seit Generationen mit dem Eichsfeld verbunden sind, ist nichts ungewöhnliches. Aber fünf Generationen einer Familie am Kaffeetisch zu versammeln, ist äußerst selten. Die weiblichen Nachkommen von Elisabeth Wolf füllen bis zur Ur-Urenkelin fast einen Jahrhundertzeitraum aus.

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Fünf Generationen posieren auf dem Familiensofa fürs Foto: Elisabeth Wolf, Liesel Biebermann, Friederike Wichmann, Sophia-Marie Wichmann und Patrizia Bley (v. l.).

Quelle: Straubel

Vor 98 Jahren wurde Elisabeth Wolf geboren und lebte bis 1943 in Düsseldorf. Heute wohnt sie in einem Duderstädter Seniorenheim und besucht ihre Familie zum Kaffeeplausch. Die rheinische Frohnatur merkt man auch noch ihrer Tochter Liesel Biebermann an. „Der Krieg hat die Familie ins Eichsfeld geführt. Damals im Düsseldorfer Bunker hat ein Soldat nach einem Luftangriff die Personalien der Frauen und Kinder aufgenommen. Kurze Zeit später wurden wir drei Kinder mit unserer Mutter nach Leinefelde evakuiert“, erzählt Biebermann.

Der Vater kehrte 1946 aus der Kriegsgefangenschaft heim, und im Jahr 1952 war es noch möglich, per Antrag in den Westen auszureisen. So zog die Familie  von Leinefelde nach Duderstadt. Hier wurde man schnell heimisch und eröffnete ein Geschäft in der Apothekenstraße. „Strumpf-Wolf“ ist heute noch vielen älteren Duderstädtern ein Begriff.

In Duderstadt wurde auch Liesels Tochter Patrizia geboren, heiratete später den Fuhrbacher Engelbert Bley und brachte ebenfalls ein Mädchen zur Welt. „Wir wussten nicht, ob wir hier im Eichsfeld bleiben würden. Mein Mann war beim Zoll und hätte jederzeit versetzt werden können.“ Gern wäre man nicht gegangen, aber man hätte sich auch daran gewöhnt, so Bley. Doch man konnte bleiben. 

Sehen uns am Wochenende

Tochter Friederike heißt nun mit Nachnamen Wichmann, nachdem sie ihren Mann in Hildesheim kennengelernt und ein paar Jahre dort gelebt hatte. Die Familienbande zogen sie schließlich zurück ins Eichsfeld. „Mein Mann arbeitet immer noch in Hildesheim und pendelt. Wir sehen uns nur am Wochenende“, beschreibt sie die heutige Situation. Ihre Mutter Patrizia freut sich, dass jüngste Familienmitglied, die eineinhalbjährige Sophia-Marie, häufig bei sich zu haben. Friederike glaubt nicht, dass auch ihre Tochter später im Eichsfeld bleiben wird. „Zur Ausbildung und Arbeit geht Sophia-Marie bestimmt mal woanders hin, aber man weiß nicht, was wird“, überlegt die junge Mutter. Auch sie selbst ist sich nicht so sicher, ob es ihre eigene Familie irgendwann in andere Gefilde verschlägt.

Claudia Nachtwey

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