Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Fast Fashion und Familienfreundlichkeit

Duderstädter Jahresempfang Fast Fashion und Familienfreundlichkeit

„Wie tickt die Generation Z?“ - Antworten auf diese Frage hat am Dienstagabend Prof. Antje-Britta Mörstedt von der Privaten Hochschule Göttingen im Bürgersaal des Duderstädter Rathauses geliefert - und damit für einiges Erstaunen und reichlich Unterhaltung gesorgt.

Voriger Artikel
Busemann beim Jubiläum in Tiftlingerode
Nächster Artikel
Elf DJs auf zwei Flächen

Prof. Antje-Britta Mörstedt

Quelle: Archiv

Duderstadt. Ein kleiner pinkfarbener Ball. Das soll also das Statussymbol der Generation Z sein. Als Mörstedt von der Elfjährigen berichtet, die dank einer teuren Lippenpflege in einer runden Plastikhülle für eine Woche der Star auf einer Social-Media-App gewesen sei, schüttelt mehr als einer der rund 200 Gäste im Bürgersaal den Kopf. Klar, die Teilnehmer des Jahresempfangs von Treffpunkt Stadtmarketing, Stadt Duderstadt und Duderstadt 2020 sind schließlich alt. „Sie nutzen Facebook“, fügt Mörstedt an - und zuckt die Schultern. Damit hätten sich die Anwesenden als Mitglieder der Vorläufergenerationen der „Zs“ geoutet.

Die „Zs“, über die Mörstedt forscht, nutzten Snapchat, Instagram, Tumblr, WhatsApp und Jodel - aber doch nicht Facebook, sagt Mörstedt. Und sie seien echte Multitasking-Kommunikations-Genies: „Sie können gleichzeitig fernsehen, WhatsApps schreiben und mit Ihnen reden“, verdeutlicht sie den Zuhörern, dass ein „Z“ nicht zwangsläufig geistesabwesend sei, nur weil er ein Smartphone in der Hand halte. „Diese Generation ist mit dem Handy auf die Welt gekommen“, erklärt sie das Verhalten der „Zs“.

Bei ihnen müsse es sich nicht allein um junge Leute handeln, sagt Mörstedt: „Es gibt auch Babyboomer, die sich verhalten wie „Zs“.“ Die Generation der geburtenstarken Jahrgänge nach dem Zweiten Weltkrieg seien die Vorgänger der Generationen X, Y und eben Z. Grundsätzlich sei es ganz natürlich, dass jede Generation über die nachfolgende den Kopf schüttele. Zugleich aber zeige sich, dass es zu Rückbesinnungen komme. So seien die „Zs“ wieder familienorientiert, fragten Google und den Vater, wenn sie etwas wissen wollten, hörten Schallplatten und trägen Pullover wie in den 1970er-Jahren. Und - zur Freude der anwesenden Einzelhändler - seien sie shoppinginteressiert. Zwar seien „Zs“ so sozialisiert, dass jede Ware aus jedem Land der Welt nach Hause geliefert werde, wenn man nur einen Button drücke, sie hätten aber auch wieder Spaß daran, in Geschäfte zu gehen, erklärte Mörstedt. Dabei habe die Mode oftmals die Halbwertszeit von nur wenigen Wochen - dann nämlich stehe bei einer angesagten Modekette der „Themenwechsel“ an. „Fast Fashion“ laute das Stichwort. Die Werbetafeln von damals seien die Vlogger, die Video-Blogger von heute: „Was sie empfehlen, ist in.“

Auf dem Arbeitsmarkt drücke sich das aus, was die Elterngeneration den Kindern mitgegeben habe: „Helikoptereltern, die um ihre durchschnittlich 1,3 Kinder herumfliegen“ forderten in der Schule ein, dass der Lehrer seine Leistung verändere, damit das Kind bessere Noten bekomme, und gleiches geschehe auch am Arbeitsplatz. Chefs seien gefordert, sehr klare Ansagen zu machen, nicht mehr so sehr, gemeinsam Lösungen zu entwickeln, wie es noch bei der Generation Y sinnvoll gewesen sei. Individualität und das Wetteifern um Aufmerksamkeit in den Sozialen Netzwerken seien Merkmale der Generation - noch. „Es zeichnet sie auch eine gewisse Flatterhaftigkeit aus.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Herbstfest in Rhumspringe

©Richter