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Lebensraum prägt Lebensweise

Ferienprogramm auf Gut Herbigshagen Lebensraum prägt Lebensweise

Seit vier Jahren läuft die Kooperation für ein Ferienprogramm zwischen der Firma Ottobock und der Heinz-Sielmann-Stiftung. In den Herbstferien begeben sich Kinder der Ottobock-Mitarbeiter auf die Spuren der amerikanischen Ureinwohner – und lernen auf Gut Herbigshagen viel über Natur und Umwelt.

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Kinder lernen, wie die Hopi aus Lehm Häuser bauen.

Quelle: Arne Bänsch

Duderstadt. Aus frisch geschnittenen Weidenruten und matschigem Lehmboden haben die Kinder kleine Häuschen gebaut. „Einige der Teilnehmer kennen wir nun schon seit ein paar Jahren, die kommen immer wieder in den Ferien“, freut sich Rómulo Aramayo Schenk über die Stammgäste, aber auch über die neuen Teilnehmer am Ferienprogramm, das über eine ganze Woche läuft. Der Biologe erarbeitet zusammen mit den Kindern verschiedene Themen unter dem Titel „Die Ureinwohner Nordamerikas“. Jeden Tag steht ein anderer Indianerstamm mit seinem speziellen Lebensraum im Mittelpunkt der Bildungsfreizeit.

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Ferienprogramm auf Gut Herbigshagen

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Am heutigen Tag soll erforscht werden, wie die Gegebenheiten der Wüste als Lebensraum der Hopi-Indianer genutzt wurden. „Dort gab es kaum Wasser, aber viel Erde. An diese Umweltbedingungen haben sich die Hopi entsprechend angepasst und ihre Häuser aus Lehmboden gebaut“, erklärt Aramayo Schenk. Einige Kinder sind schon bei der Gartenplanung für ihre Häuschen angelangt. „Da müssen noch Pflanzen rein“, bemerkt Yannic und steckt einen Zweig ins Moos, während Ida die Struktur des Hauses erklärt, das in Gemeinschaftsarbeit entstanden ist. Andere Gruppen sind noch am Tüfteln, wie fest der Lehm sein muss, damit das Dach Stabilität erlangt.

Am Anfang der Woche hatten die Kinder bereits die Lakota Indianer kennengelernt, deren Lebensraum die Prärie war. Die jungen Forscher erfuhren, dass die Lakota in Tipis wohnten und Büffel jagten. Doch nicht nur Lebensweise der Ureinwohner, auch die für ihren Lebensraum typische Flora und Fauna wurde vorgestellt. „Die Kinder sollen die Gelegenheit haben, die Wechselwirkungen zwischen Landschaft, Lebensraum und Lebensweise zu verstehen“, erklärt Aramayo Schenk. Soweit in Eichsfelder Breitengraden möglich, werden Techniken erlernt, die die Indianer nutzten, um ihren Alltag zu meistern. Wie Tipis und Lehmhütten gebaut, Schmuck und Instrumente hergestellt oder nützliche Dinge geschnitzt werden, dürfen die Kinder in der Praxis ausprobieren. In Spielen wird geübt, worauf es bei der Jagd ankommt und wie getanzt wurde.

Nach dem gemeinsamem Mittagessen im Speiseraum auf Gut Herbigshagen bleibt auch etwas Zeit zum freien Spiel. „Bedingung ist, dass immer mindestens drei Kinder zusammenbleiben. Ansonsten können sie Strohhütten im Stall bauen, draußen toben oder das Gelände erkunden, bis wir uns zum gemeinsamen Nachmittagsprogramm wiedertreffen“, erklärt Aramayo Schenk. Die Kinder werden morgens am Tor der Firma Ottobock abgeholt und nach dem Tagesablauf wieder zurückgebracht. „Für die Sielmann-Stiftung bietet die Kooperation mit Ottobock Verlässlichkeit für das Ferienprogramm, und die Ottobock-Mitarbeiter nutzen gern die ganztägigen Umweltbildungsangebote für Kinder“, sagt Aramayo Schenk. Die ganzwöchigen Ferienaktionen werden auch in den Oster- und Sommerferien angeboten.

Nach den Lakota, den Algokin mit dem Lebensraum Wald und den Hopi stehen in den kommenden Tagen noch die an der amerikanischen Westküste beheimateten Tlingit Indianer im Fokus. Dabei dürfen sich die Kinder in der Schnitzkunst üben. Am Freitag, dem letzten Tag der Bildungsfreizeit, sind ab 14 Uhr auch die Eltern eingeladen, den Wochenabschluss am Lagerfeuer mitzufeiern.

Von Claudia Nachtwey

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