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Feriensprachcamp für Flüchtlinge

Gegebenheiten der Region werden genutzt, um Deutsch im Alltag zu lernen Feriensprachcamp für Flüchtlinge

Auch die Ferien können genutzt werden, um Deutsch zu lernen und Spaß dabei zu haben. In einem Feriensprachcamp haben junge Flüchtlinge zusammen mit deutschen Jugendlichen bei einem Aktivprogramm die gemeinsame Verständigung geübt.

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Mit Freizeitaktivitäten wie Beachvolleyball soll der Alltagsgebrauch der deutschen Sprache gefördert werden. foto: Richter

Quelle: Niklas Richter

Seeburg. Beachvolleyball am Seeburger See gehörte für rund 30 junge Flüchtlinge zwischen elf und 17 Jahren ebenso zum Programm wie der Besuch des Grenzlandmuseums (GLM) oder ein Stadtbummel in Göttingen. Initiiert hatte das Feriensprachcamp die Sozialpädagogin Maria Stroth, die in Göttingen zurzeit ihren Master macht. Das Konzept hatte die Niedersächsische Lotto-Sport-Stiftung entwickelt, um nicht nur ausländischen, sondern auch deutschen Jugendlichen mit Sprachschwierigkeiten Möglichkeiten zu bieten, im Alltagsgebrauch ihr Deutsch zu verbessern.

„Es gibt in Niedersachsen inzwischen 35 Camps. Das Programm ist ganz unterschiedlich und gleicht sich den Gegebenheiten der jeweiligen Region an“, erklärte Stroth. Im Eichsfeld nutzte man bei der Programmgestaltung eben den Seeburger See, das GLM und im Raum Göttingen auch das Friedländer Museum. Die Sprachlernklassen des Eichsfeld-Gymnasiums (EGD) und der Berufsbildenden Schulen Duderstadt (BBS) sind mit im Boot, und als Betreuer Ben Thustek (pädagogischer Leiter am GLM und Lehrer am EGD) sowie Saskia Schrader und Fabian Scholz von der Jugendhilfe Südniedersachsen, die für unbegleitete jugendliche Flüchtlinge im Landkreis verantwortlich ist.

„Das Sprachcamp soll in der letzten Ferienwoche auch gleich ein Einstieg in die Schule sein“, erklärte Thustek. Wichtig sei es, den Sprachgebrauch im Alltag zu üben. Dafür haben sich auch fünf Schüler vom EGD bereiterklärt, beim Programm mitzumachen. „Es ist von Vorteil, dass die ausländischen Jugendlichen gleichaltrige Ansprechpartner haben. Das schafft Vertrauen und baut Vorurteile auf beiden Seiten ab“, meinte Thustek.

Im GLM war eine Zeitzeugin aus der ehemaligen DDR eingeladen worden, doch die Gespräche zwischen ihr und den jungen Flüchtlingen seien kaum politischer Natur gewesen, sondern drehten sich vor allem um Alltagsdinge. „Es ging mehr um Fragen wie Familie oder Mobilität“, sagte Stroth. Auf der Fahrt nach Göttingen seien Reisefragen geklärt worden wie die Bedienung von Fahrkartenautomaten. Pläne gebe es bereits, das Camp auch im kommenden Jahr anzubieten. „Wir haben hier gute Netzwerke und kleine Wege bei der Organisation“, lobte Thustek die Zusammenarbeit der Verantwortlichen.

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©Richter