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Festakt mit Standortbestimmung für die Region

Eichsfeldbegriff ist „schöpferischen Akt“ Festakt mit Standortbestimmung für die Region

Das Eichsfeld ist eine Heimat, die sich die Menschen jeden Tag selbst schaffen, in harter Arbeit. Daraus schöpfen die Menschen der Region ihr Selbstbewusstsein, ihren Stolz auf das Erreichte und die Kraft für die Zukunft. Diesen Tenor hatten die Reden beim Festakt der Eichsfeldtage.

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Eichsfeld emotional: Hans Georg Näder gibt als Hauptredner den optimistischen Grundton beim Festakt vor.

Quelle: Tietzek

Rund 200 Gäste, Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Kirchen, Vereinen und Verbänden sowie den Gastgeberorten Teistungen und Gerblingerode waren am Sonnabendmorgen ins Festzelt am Grenzlandmuseum Eichsfeld gekommen. Dass die Redner nicht ausdrücklich, aber im inhaltlichen Kern ihrer Ansprachen auf landsmannschaftliche Identitätssuche gingen, machte das zweieinhalbstündige Zeremoniell im heißen Festzelt zu einer mitunter spannenden Standortbestimmung für die Region 20 Jahre nach dem kollektiven Glückserlebnis der deutschen Einheit. Dass der Jahrestag der Wiedervereinigung Grund für die Ausrichtung der Eichsfeldtage auf der ehemaligen Grenze war, betonte in seiner Begrüßung Teistungens Bürgermeister Horst Dornieden (CDU). Auf die Frage, was das Eichsfeld als Region ohne staatsrechtliche Klammer ausmacht, ging am deutlichsten Eichsfeld-Landrat Werner Henning (CDU) ein. Mit Zitaten aus dem Werk des Heimatdichters Hermann Iseke legte er dar: Der Begriff Eichsfeld bezeichne die Art, sich selbst Heimat zu schaffen und „kennzeichnet einen hoch schöpferischen Akt“.

Den optimistischen Grundton beim Festakt gab jedoch Hauptredner Hans Georg Näder vor. Der Konzernchef der Otto-Bock-Unternehmensgruppe definierte das Eichsfeld nicht semantisch, sondern emotional. Den Menschen sei in den vergangenen 20 Jahren ein rasanter Wechsel zugemutet worden. Sie hätten aber ihre Chancen genutzt. „Blühende Landschaften sind harte Arbeit, das ist meine Erfahrung“, so Näder. Das könne gemeinsam gelingen, dafür habe das Eichsfeld auch in Gegenwart und Zukunft das Potenzial. „Mitmachen und mitgestalten – welch ein Luxus – können wir ja.“ Den Festgästen rief er zu: „Lasst uns weitermachen und an unserer Heimat arbeiten. Das ist Arbeit, das ist nie fertig.“

Sinngemäß erklärte das auch der Bundestagsabgeordnete Manfred Grund (CDU). Er widerspreche nicht, wenn Kollegen sagten, im Eichsfeld sei die Welt noch in Ordnung. „Ich sage aber auch, das ist nicht vom Himmel gefallen.“ Grußworte beim Festakt überbrachten zudem für die Niedersachsens Landesregierung Staatsminister Josef Lange und für den Landkreis Göttingen Lothar Koch (CDU). Für die Mitveranstalter sprachen Alfons Wüstefeld vom Heimat- und Verkehrsverband Eichsfeld und Erich Anhalt, Bundesvorsitzender der Eichsfelder Vereine. Gerblingerodes Bürgermeister Dieter Thriene (CDU) sagte zum Schluss mit Blick auf die Organisation der Eichsfeldtage in dreieinhalb Monaten: „Das war sehr anstrengend – aber auch selbstverständlich.“ Ulrich Lottmann

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