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Festakt im Duderstädter Rathaus

500 Jahre Reformation Festakt im Duderstädter Rathaus

Am 31. Oktober jährt sich der Thesenanschlag Martin Luthers an die Schlosskirche in Wittenberg zum 500. Mal. In Duderstadt wurde bereits am Sonnabend in einem Festakt, auf 500 Jahre Reformation im Untereichsfeld zurückgeblickt.

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Ein Prost auf die Reformation: Beim Festakt im Rathaus gab es Luther-Bier.

Quelle: Niklas Richter

Duderstadt. Am 31. Oktober jährt sich der Thesenanschlag Martin Luthers an die Schlosskirche in Wittenberg zum 500. Mal. In Duderstadt wurde bereits am Sonnabend in einem Festakt, auf 500 Jahre Reformation im Untereichsfeld zurückgeblickt.

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Festakt 500 Jahre Reformation

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Veranstaltet wurde Festakt von den sieben evangelischen Kirchengemeinden des Untereichsfeldes. In ihrem Festvortrag ging die Göttinger Historikerin Sabine Wehking auf Reformation und Gegenreformation im Untereichsfeld ein. „Auch wenn der Festakt mit 500 Jahre Reformation überschrieben ist, so kann man im Untereichsfeld eigentlich nur von 493, wenn nicht so nur 450 Jahren Reformation sprechen“, wandte sie sich an die Gäste im Bürgersaal des historischen Rathauses. Doch selbst das führe oftmals zu Erstaunen, da das Eichsfeld weithin als rein katholisch gelte. Doch die Reformation habe sich im Untereichsfeld ausbreiten können, da die Mainzer Kurfürsten ihren Blick erst zuletzt ins Eichsfeld gerichtet haben. „Um 1520 gab es hier dann bereits die ersten evangelisch geprägten Gottesdienste“, erklärte Wehking. Zudem hätten sich zahlreiche Adelige, wie zum Beispiel Hans von Minnigerode früh zu Luther bekannt. „Während in den Städten die Reformation vom Volk ausging, waren es auf den Dörfern vor allem die Oberen, die für die Reformation waren. Dies machte es dann auch besonders schwer, die Gegenreformation durchzusetzen. Dennoch habe Erzbischof Daniel Brendel, als er als Erzbischof und Kurfürst von Mainz (1555-1582) das Eichsfeld besucht habe, alle evangelischen Pastoren absetzten lassen. „Doch der Rat Duderstadt hat dann sofort wieder zu mindestens einen evangelischen Pastor eingesetzt“, sagte Wehking.

Westfälischer Frieden besiegelt Gegenreformation

Doch in den kommenden Jahren sei mehrfach, auch unter Androhung von Strafen, versucht worden die Menschen wieder zum katholischen Glauben zu bringen. „Außerdem hat sich in dieser Zeit auch gezeigt, dass zumindest die Landbevölkerung von den Problemen auf höherer Ebene keine Ahnung hatten, als sie versuchten Pfarrer Martin Weinrich den Zutritt zum Pfarrhaus zu verweigern“, so die Historikerin. Doch nach einer weiteren Visitation des Eichsfeldes im Jahre 1605 sei es gelungen einen Großteil der Gläubigen wieder zu bekehren. „Doch in einigen Orten wie zum Beispiel in Rhumspringe, Rüdershausen, Seulingen, Desingerode, Esplingerode und Werxhausen“, so Wehking. Doch mit dem westfälischen Frieden (1648) sei die Gegenreformation im Eichsfeld besiegelt worden.

Durch Reformationstag einander näher gekommen

Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) betonte in seiner Begrüßung, dass mehr Einheit im Glauben wichtig sei. Doch im Eichsfeld sei man in diesem Bereich auf einem guten Weg. „Ich hoffe, dass die Zusammenarbeit auch weiterhin gut verläuft“, sagte Nolte. Pastorin Christina Abel von der St. Servatiusgemeinde in Duderstadt betonte, dass zwar überall 500 Jahre Reformation gefeiert werde, dies jedoch keine Triumph-Feier sei. „Wir wollen mit den Feierlichkeiten nicht die Trennung aufleben lassen, sondern gemeinsam feiern“, so Abel. Wichtig sei es auch über die Reformation nachzudenken und gegenüber der eigenen Kirche kritisch zu bleiben. Sowohl der Superintendent des Kirchenkreises Harzer Land, Volkmar Keil, als auch Propst Bernd Galluschke drückten in ihren Grußworten ihre Dankbarkeit für die gemeinsame Feier aus. „Die Ökumene hat durch das Reformationsjahr einen neuen Drive bekommen. Es bringt uns theologisch und menschlich näher“, sagte Galluschke. Doch sei es wichtig auf diesem Weg einen Schritt nach dem anderen zu gehen.

„Wir wollen mit den Feierlichkeiten nicht die Trennung aufleben lassen, sondern gemeinsam feiern“, sagt Pastorin Christina Abel

Das Gebet

Während des Festaktes wurde auch die Kunstausstellung „Das Gebet“ eröffnet. „Wir sind glücklich, dass wir den Festakt mit unseren Kunstwerken bereichern können“, erklärte Dieter Alexander Boeminghaus, der gemeinsamen mit zahlreichen Künstlern die Ausstellung erschaffen hat. Die Kunstwerke, an denen auch 18 Künstler aus dem Bereich Duderstadt mitgewirkt haben, sind an fünf Standorten zusehen. Außer im Rathaus, sind sie in der Basilika St. Cyriakus, in St. Servatius, im Gemeindehaus St. Servatius und in der Sparkasse Duderstadt zusehen.

Von Vera Wölk

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