Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 13 ° Regenschauer

Navigation:
Feuerwehr sorgt sich um Zukunft

Bedarfsplan Feuerwehr sorgt sich um Zukunft

Einen Feuerwehrbedarfsplan mit  Empfehlungen bis 2031 haben Gemeindebrandmeister Claus Bode und sein Stellvertreter Marius Nienstedt für die Samtgemeinde Gieboldehausen vorgelegt. Mit dem zukunftsweisenden Arbeitspapier haben die beiden Brandschützer Pionierarbeit geleistet. 

Voriger Artikel
Müllkippe in Rhumeaue
Nächster Artikel
„Circus Rolina“ schlägt seine Zelte auf

Einsatz im Flecken: Die Samtgemeinde ist auf die Duderstädter Drehleiter angewiesen.

Quelle: Raabe

Unter dem Strich ziehen Bode und Nienstedt ein positives Fazit: „Die Samtgemeinde ist gut abgedeckt, keine Ortsfeuerwehr ist verzichtbar.“ Überschattet wird diese Einschätzung allerdings von Prognosen zur Personalentwicklung. „Eine Abnahme der Bevölkerung bis 2021 im Bereich der Altersklassen, die für den Feuerwehrdienst in Frage kommen, hat deutliche Auswirkungen auf die Einsatzbereitschaft in der Samtgemeinde“, heißt es: „Bei der Zahl der notwendigen Atemschutzgeräteträger entsteht 2021 bereits in sechs Ausrückebereichen eine Unterdeckung.“ 

Angesichts des demografischen und gesellschaftlichen Wandels appellieren die Brandschützer an die Bevölkerung, sich verstärkt zu engagieren. Um einen frühen Einstieg zu fördern und auch die Eltern an die Feuerwehr heranzuführen, sind die Bemühungen um Kinder- und Jugendwehren in jüngerer Vergangenheit forciert worden. Sieben Jugendfeuerwehren gibt es inzwischen in der Samtgemeinde, aber erst eine Kinderfeuerwehr.  

„Das Fundament der Feuerwehren schmilzt ab“, sorgt sich Bode. Dagegen anzuarbeiten, sei nicht nur Sache der Wehren. So werde beispielsweise in einer Gemeinde in Baden-Württemberg bereits über eine Befreiung von der Grundsteuer zur Förderung des Ehrenamtes nachgedacht. 

Der Bedarfsplan mit akribischer Datenerhebung, Analyse und Bewertung ist angelehnt an ein Konzept unter Beteiligung des Innenministeriums, das es bislang nur in der Region Hannover gibt. Statistische Kenntnisse und viel Sachverstand sind erforderlich gewesen, um auf mehr als 80 Seiten zu ermitteln, wie es um den Brand-, Unfall- und Katastrophenschutz bestellt ist und wie er zukunftsfähig bleiben kann. „Wir wollten ein Konsenspapier, das die 13 Ortswehren der Samtgemeinde mittragen, und haben Gespräche mit Verantwortlichen aller Wehren geführt", sagt Bode. 

Schwachstellen aufgezeigt

Mannschaftsstärken, Risikofaktoren, Schwachstellen, Standortbewertungen, Ausrüstung, Demografie und Klimawandel – kein Aspekt wurde bei der Gesamtbetrachtung ausgelassen. In zehn Monaten und 450 Arbeitsstunden ist auf diese Weise ein Konzept entstanden, dessen Themenpalette von der Zunahme extremer Wetterlagen und der Feuerwehr als Kulturträger bis zu Nachwuchssorgen und Migration reicht – immer mit Blick auf den Brandschutz. 

„Einfach war die Bedarfsanalyse nicht“, räumen Nienstedt und Bode ein. Nach mathematischen Grundprinzipien wollten sie „weg vom gefühlten Bedarf und hin zu objektivierbaren Kriterien“. So wurden die Risiken in Relation gesetzt und bemessen aufgrund tatsächlicher Einsätze pro Jahr. Die Einwohnerzahl wurde dabei ebenso berücksichtigt wie Anrückebereiche und Ausrückestärken, Personalabdeckung im Tagesverlauf, unfallträchtige Straßen, Seniorenheime, Gefahrguttransporte, Gehöfte sowie Gewerbe- und Industriebetriebe mit ihren besonderen Herausforderungen – von Tibus bis zu den Jacobi-Tonziegelwerken. Die Risikofaktoren wurden addiert, um einen objektiven Punktwert für jeden Ort zu entwickeln und Aufschluss über die nötige Bereitstellung von Personal und Gerätschaften zu bekommen. 

                                                                                                                 Von Kuno Mahnkopf

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Duderstadt
Herbstfest in Rhumspringe

©Richter