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Firmlinge interviewen Wolfgang Nolte und Lothar Koch zur Flüchtlingsunterbringung

Mit Information zur Integration beitragen Firmlinge interviewen Wolfgang Nolte und Lothar Koch zur Flüchtlingsunterbringung

„Als wir die Kommentare zur Berichterstattung über die Einrichtung einer Flüchtlingsunterkunft im Rosenthaler Hof gelesen haben, waren wir einfach traurig“, begründet Florian Glombik das Projekt, das er gemeinsam mit weiteren Firmlingen aus der Taufe gehoben hat.

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Verfassen eigenen Artikel nach Gespräch mit Lothar Koch und Wolfgang Nolte: Firmlinge aus Duderstadt.

Quelle: EF

Duderstadt. Glombik, Marie Weber, Svenja Vorwald, Hendrik Krebs und Anna Hellmoldt hatten auf der Facebookseite des Eichsfelder Tageblatts erfahren, dass derzeit Flüchtlinge im Rosenthaler Hof leben, bevor sie den jeweiligen Kommunen zugewiesen werden. Und sie hatten über die Kommentare von Nutzern des sozialen Netzwerks einen Eindruck davon bekommen, wie diese Menschen hier zumindest von einem Teil der Bevölkerung empfangen werden: „Diese Form des Fremdenhasses war einfach unter der Gürtellinie.“

Die Firmlinge überlegten sich, als es im Firmunterricht hieß, jede Gruppe solle ein soziales Projekt entwerfen, mit Information zur Integration beizutragen. Sie vereinbarten einen Interviewtermin mit Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte und Ehrenbürgermeister und Landtagsabgeordnetem Lothar Koch (beide CDU). Daraus formulierten sie einen Artikel unter dem Titel „Menschen die Hilfe brauchen, müssen Hilfe bekommen“.

In dem Text bestreitet Nolte, dass es in Duderstadt Probleme mit Flüchtlingen gebe, wie dies beispielsweise in den Demonstrationen der Pegida oder von Teilen der AfD proklamiert werde. Abfällige Kommentare kämen vor, aber es sei jedem selbst überlassen, wie er damit umgehe. Von einem Mitarbeiter des Flüchtlingslagers in Friedland, als dessen Außenstelle die Unterkunft im Rosenthaler Hof zu sehen ist, hätten sie erfahren, woher die Menschen kämen, die derzeit – oft nur für kurze Zeit – bei Westerode lebten. Sie erfuhren etwas über die Herkunftsländer, Religionszugehörigkeiten und mögliche Motive ihrer Flucht nach Europa.

„Nolte machte die dramatische Situation der Flüchtlinge deutlich“, heißt es in dem Text. Diese Menschen seien bereit, um jeden Preis aus ihrem Elend, aus der Not herauszukommen. Der Bürgermeister schilderte den Jugendlichen den gesetzlichen Rahmen, sprach die europapolitischen Zusammenhänge an und die Rolle der Kommunen, die „am Ende der Kette in die Lage versetzt werden müssten, die Aufwendungen und das, was gebraucht werde, zu tragen.“ „Die Asylbewerber im Rosenthaler Hof bezögen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz einen Bargeldbetrag von 100 Euro pro Person und einen Gutschein für Kleidung in Höhe von rund 30 Euro. Beides sei nach Alter und Familienstand gestaffelt. Außerdem erhalte jeder ärztliche Versorgung. „Bezahlt werden die Leistungen von der Landesaufnahmebehörde“, erfuhren die Jugendlichen.

Ein weiteres Thema des Gespräches sei die Unterstützung vor Ort gewesen, berichtet Glombik. Neben der Integrationsbeauftragten der Stadt Duderstadt und Fachleuten des Landkreises Göttingen seien es Initiativen wie das Deutsche Rote Kreuz oder die Caritas, die Hilfe leisteten. Auch aus den Reihen der Firmlinge sind bereits Beiträge geleistet worden: Sie haben mit den Flüchtlingen gebastelt, Sport getrieben und Musik gemacht, Kleider für sie gesammelt und einen Flohmarkt veranstaltet, dessen Erlöse noch vergeben werden sollen. „Man kann helfen“, fasst Glombik zusammen: durch Freizeitangebote, Spenden und Informationen.

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