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Fotoausstellung in der Duderstädter Servatius-Kirche zeigt Brandfolgen

Großbrände verändern das Stadtbild Fotoausstellung in der Duderstädter Servatius-Kirche zeigt Brandfolgen

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts zerstörten zwei Großbrände weite Teile der Duderstädter Innenstadt: 1911 fiel unter anderem die Sackstraße den Flammen zum Opfer, am 17. Juni 1915 brannten viele Häuser zwischen Hinterstraße und Haberstraße sowie die St.-Servatius-Kirche. An diese katastrophalen Ereignisse, an dessen Auswirkungen und die Veränderungen im Stadtbild erinnert  der Historiker Klaus Schmidt mit einer Fotoausstellung in der St. Servatius Kirche.

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Im Juni 1915 durch einen Großbrand zerstört: die St.-Servatius-Kirche und Teile der Innenstadt.

Quelle: EF

Duderstadt. „Was wäre Duderstadt heute, wenn es diese Brände nicht gegeben hätte“, fragt Schmidt mit Blick auf die Fotografien aus der Zeit vor 1911. Fachwerkbauten verschiedener Epochen mit reichen Verzierungen prägten das Straßenbild auch dort, wo heute Steinhäuser stehen. Die alten Bilder aus dem Duderstädter Stadtarchiv, der Servatiusgemeinde und privaten Sammlungen von Wolfgang Windhausen und Christa Gerstenberg hat Schmidt digital bearbeitet und vergrößert.

 

Informationen hat er aus der damaligen „Zeitung für das Eichsfeld“ und der Südhannoverschen Volkszeitung zusammengetragen. „Wertvolle Quellen sind aber vor allem die Postkarten aus dieser Zeit“, erklärt der Historiker. Tatsächlich zeigen die Karten nicht etwa städtisches Idyll, sondern scheinen mit Schutt und Asche als Fotomotiv und gedruckten sowie handgeschriebenen Texten das bebilderte Info-Netzwerk vergangener Tage zu sein.

 
Schmidts Ausstellung ist gegliedert in die Zeit vor den Bränden, vermittelt dann das Ausmaß menschlicher Not und Verzweiflung während der Katastrophen und zeigt schließlich den Wiederaufbau. Besonders eindrucksvoll sind hier die Bilder von St. Servatius: Die stark beschädigten Steinsäulen wurden mit Balken abgestützt. Der Turm der Kirche wurde erst 1928 eingerüstet und bekam eine neue Spitze. Weitere Bilder zeigen den Altar im Kronprinzen, der heutigen Schauburg, wo vorübergehend der Gottesdienst stattfand.

 
Die Originaltexte aus Zeitungen und von Postkarten, die zum Teil noch in Fraktur und Sütterlin geschrieben waren, hat Schmidt lesbar überarbeitet und ausgedruckt. Eigene Fotos sollen den Besucher zudem auf Details in St. Servatius aufmerksam machen, die sonst leicht übersehen werden. Die Ausstellung ist über den Südeingang der Kirche bis etwa Mitte Juni täglich zu erreichen.

Von Claudia Nachtwey

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