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Gedenkstätte als außerschulischer Lernort

Grenzlandmuseum Eichsfeld Gedenkstätte als außerschulischer Lernort

Seit Mittwoch prangt eine neue Plakette am „Borderlandmuseum Eichsfeld“. Niedersachsens Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) hat das Grenzlandmuseum als außerschulischen Lernort ausgezeichnet.

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Quelle: Harald Wenzel

Teistungen. „Ich habe mich warm angezogen“, sagte die Gillersheimerin am Jahrestag der Grenzöffnung. Das galt aber weder Trump noch dem Termin, auf den sie sich gefreut habe, sondern dem Wetter. Die Ministerin begleitete Viertklässler aus Tiftlingerode und Gerblingerode auf den Grenzlandweg. „Gerade Grundschüler sind wissenshungrig und bombardieren uns mit Fragen“, sagte Museumsgeschäftsführerin Mira Keune und betrachtet die Auszeichnung als Ansporn, noch mehr Schulen zu erreichen. Rund 2500 Schüler würden jährlich das Museum besuchen, weitere 1000 die dortige Bildungsstätte. Als einer von jetzt landesweit 52 außerschulischen Lernorten wurde das Grenzlandmuseum im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) anerkannt.

"Hier war die Welt zu Ende"

Die Schwerpunkte Aufarbeitung der SED-Diktatur und Umweltbildung am Grünen Band würden dazu wie Faust aufs Auge passen, sagte Heiligenstadt. „Ich bin selbst ein Kind des sogenannten Zonenrandgebiets“, bekannte die Stiftungsratsvorsitzende der niedersächsischen Gedenkstätten: „Hier war die Welt zu Ende.“ Ihre 1994 geborene Tochter kenne das nicht mehr. Weltoffenheit, Toleranz, Demokratie und Partizipation könnten nur gelebt werden, wenn sie jungen Menschen vermittelt würden.

Dafür biete sich das Grenzlandmuseum als authentischer Ort an, betonten die Trägervereinsvorsitzenden Horst Dornieden und Wolfgang Nolte. Territorial sei das Museum Thüringen zugeordnet, aber eine länderübergreifende Einrichtung, meinte Nolte und bat um weitere personelle Unterstützung, Finanzierung von Bildungsveranstaltungen und institutionelle Förderung durch das Land Niedersachsen. Der CDU-Landtagsabgeordnete Lothar Koch hob „die gelungene museumsdidaktische Ausrichtung“ der Gedenkstätte hervor. Die Auszeichnung ermutige weitere Schulen, das „Angebot hier wahrzunehmen“.

Trump-Sieg schockt Ministerin

Entsetzte Politiker: An dem Datum, an dem die Mauer fiel, ist ein Mann zum US-Präsidenten gewählt worden, der neue Mauern bauen will. „Ist das jetzt ein Alptraum?“, fragte sich Heiligenstadt, als sie um 6 Uhr die Nachrichten hörte. Geschockt war auch der CDU-Landtagsabgeordnete Lothar Koch, der die Nacht vor dem Fernseher gesessen hatte.  Duderstadts  Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) zählt sich „zu den vielen, die absolut sprachlos waren“, gab sich aber diplomatisch: „Das Ergebnis der demokratischen Wahl - hoffentlich mit trotz allem guten Akzenten für Europa  - ist zu respektieren.“ Der Erfolg Trumps sei auch ein Warnsignal für die zunehmende Spaltung in den europäischen Gesellschaften. 

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©Richter