Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Bündnis will weiter Gesicht zeigen

Muezzin-Rufe am Schützenbrunnen Bündnis will weiter Gesicht zeigen

Mit knapp 100 Einsatzkräften ist die Polizei am Sonntag in der Marktstraße präsent gewesen. Kurzfristig hatte der rechte „Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen“ am Schützenbrunnen eine „Mahnwache“ angemeldet - parallel zur Jahresabschlusskundgebung des Duderstädter Bündnisses gegen Rechts am Rathaus.

Voriger Artikel
Adventsbläser beim Weihnachtstreff
Nächster Artikel
Ortsrat feiert mit 100 Gästen
Quelle: Richter

Duderstadt. Mit Mannschaftswagen als Sichtsperre schirmte die Polizei ab 17.30 Uhr die rund 15 „Freundeskreis“-Anhänger ab, Einsatzleiter war Duderstadts neuer Polizeichef Karl-Hubert Wüstefeld. Zu Zwischenfällen kam es nicht. Während der „Freundeskreis“ Muezzin-Rufe über Lautsprecher abspielte, hielt der Gospelchor New Voices am Rathaus mit John Lennon und Ton, Steine, Scherben dagegen. Weitere musikalische Gäste beim Bündnis waren die Call:Boys aus Duderstadt und die Band Zeitlos aus Lindau. Trotz Regens kamen knapp 150 Unterstützer des Bündnisses, das 2017 weiter Gesicht zeigen und sich neu strukturieren will, vor das Rathaus, bedienten sich am Mitbring-Buffet und applaudierten den Gastrednern: Dr. Meinhart Ramaswamy (Piraten) und der CDU-Bundestagsabgeordnete Fritz Güntzler.

„Es gibt kein Recht auf Nazi-Propaganda“, sagte Ramaswamy. Den Duderstädtern gratulierte er, dass sie sich zum Bündnis gegen Rechts zusammengeschlossen, kreative Aktionen organisiert und Gesicht gezeigt hätten. Beim „Freundeskreis“ handele es sich nicht um Leute mit einer abstrusen Meinung, sondern gewaltbereite Nazis.

Das Bündnis habe den richtigen Weg gewählt, meinte auch Güntzler, freute sich über die Zivilcourage und den gewaltfreien Protest in Duderstadt. In rund 20 Kundgebungen und Veranstaltungen habe das Bündnis deutlich gemacht, dass Fremdenfeindlichkeit, Intoleranz und Rechtsextremismus in Duderstadt keinen Platz hätten. Bewegungen wie der „Freundeskreis“, Pegida und Parteien wie die AfD würden vorgeben, demokratisch zu sein und den Willen des gesamten Volkes zu vertreten. In ihren Reihen würden sich aber Hetzer und politische Brandstifter bewegen, die Lügen verbreiten, Ängste wecken und Horrorszenarien malen: „Nicht sie sind das Volk, wir sind das Volk“. Eine klare Absage erteilte Güntzler jeder Form von Extremismus und Gewalt, verurteilte Attacken auf Göttinger Verbindungsstudenten ebenso wie Bedrohungen des „Freundeskreises“ gegen Ramaswamy. Der wurde in Redebeiträgen beim „Freundeskreis“ angegangen als jemand, der „Müll verbreitet und für Unruhe sorgt“. „Zieht euch warm an, wenn in Deutschland wieder Politik für Deutschland gemacht wird“, hieß es am Schützenbrunnen.

Die Genehmigung des „Freundeskreis“-Treffens stieß nicht nur dem Bündnis sauer auf. Geschäftsleute und Bürger äußerten Unverständnis über politische Kundgebungen in der Innenstadt am verkaufsoffenen Adventssonntag mit weihnachtlichem Programm.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Apfel- und Birnenmarkt in Duderstadt

©Richter