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Tumulte auf der Marktstraße

"Freundeskreis" scheitert an Blockade Tumulte auf der Marktstraße

Ein massives Polizeiaufgebot hat am Sonnabend Anhänger des „Freundeskreises Thüringen/Niedersachsen“ und Gegendemonstranten getrennt. Auf der Marktstraße kam es zu tumultartigen Szenen, als Beamte in den Block der Antifaschistischen Linken aus Göttingen eindrangen, um einzelne Teilnehmer festzunehmen. 

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Quelle: gib

Duderstadt. Diese hatten sich nicht an Auflagen gehalten. Die Marschroute durch Duderstadt zum einjährigen Bestehen des „Freundeskreises“  wurde von Gegendemonstranten durchkreuzt, die in zwei Blöcken zwischen Rathaus und Polizeiketten standen. Jens Wilke, der bei den Kommunalwahlen für die NPD kandidiert hat, hatte  den „Spaziergang“ des „Freundeskreises“ angemeldet. Die nach Angaben der Polizei rund 50 Teilnehmer, die eine Kundgebung am Rathaus geplant hatten, wurden durch die Apothekenstraße zum Stadthaus umgeleitet. Ihnen standen auf der Marktstraße nach Polizeiangaben rund 250 Gegendemonstranten gegenüber. Polizeisprecherin Jasmin Kaatz bestätigt, dass es mehrere  Festnahmen zur Identitätsfeststellung gegeben habe. Zwei Beamte und ein Demonstrant seien leicht verletzt worden, als auf der Bahnhofstraße eine Polizeikette durchbrochen wurde.

Bevor sich der „Freundeskreis“ mit Thügida-Lautsprecherwagen und dem Abspielen von Muezzin-Rufen in ohrenbetäubender Lautstärke in die Innenstadt aufmachte und die Antifa-Sprechchöre übertönte, verurteilte Landrat  Bernhard Reuter (SPD) vor dem Rathaus bei der Kundgebung  des Duderstädter Bündnisses gegen Rechts die „reine Provokation des rechtsextremen Freundeskreises“. „Seit einem Jahr erleben wir dieses Schauspiel mit rechten Phrasendreschern und radikalen Schreihälsen“, sagte Reuter. Seitdem würden sich in Duderstadt Menschen dagegenstellen: „Das ist unser Jahrestag.“ Es sei eine dreiste Lüge, wenn der „Freundeskreis“ behaupte, er spreche für eine schweigende Mehrheit. An der Kundgebung vor dem Rathaus nahmen auch Vertreter von Bündnissen gegen Rechts aus anderen Orten, die Bürgermeister des Fachwerk-Fünfecks, der CDU-Landtagsabgeordnete Lothar Koch und Propst Bernd Galluschke teil.

Viktor Wesselak vom Duderstädter Bündnis ging in seiner Rede ebenso auf die bislang als Spinner verharmlosten „Reichsbürger“ und die „kruden Ideen des ‚Freundeskreises‘ mit latenten Gewaltdrohungen gegen die Mehrheitsgesellschaft“ wie den Missbrauch des Leitkultur-Begriffes ein: „Multikulturalismus ist keine Ideologie, sondern Realität in Deutschland – und das ist auch gut so.“ Schon vor Ankunft der Flüchtlinge habe es eine Vielzahl paralleler Kulturen  gegeben, ob Bayern oder Preußen, Polen oder Protestanten.
Nach dem Auftauchen des „Freundeskreises“, der sich vor dem Hotel zum Löwen postierte, begann auf der Marktstraße ein zermürbendes Spiel auf Zeit. Zuvor hatte ein „Freundeskreis“-Redner auf dem Westerstieg-Parkplatz unverhohlen gedroht: „Wir werden der Duderstädter Bevölkerung und den Realitätsverweigerern zeigen, was hier nach der nationalen Wende passieren wird“.

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