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„Freundeskreis“ zieht vor das Rathaus

Duderstadt „Freundeskreis“ zieht vor das Rathaus

Frostige Temperaturen statt aufgeheizter Stimmung: Nach Polizeiangaben 18 Anhänger des rechtsextremen „Freundeskreises Thüringen/Niedersachsen“ haben am Sonnabendvormittag eine Kundgebung am Duderstädter Rathaus abgehalten, das Duderstädter Bündnis gegen Rechts zeitgleich ein Picknick an der Unterkirche.

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Quelle: Schneemann

Duderstadt. Die befürchteten Konfrontationen sind ausgeblieben, die Antifaschistische Linke blieb in Göttingen, das Duderstädter Bündnis unter sich. Die Konfliktmanager der mit starken Kräften vertretenen Polizei beschränkten sich auf Gespräche mit ratlosen Passanten, der kreative Protest gegen den „Freundeskreis“ auf rund 50 Gartenzwerg-Schablonen mit Friedensfahnen und Sprüchen, die rechte Parolen konterkarierten und die Marktstraße säumten: „Schweinefleisch satt von deutschen Schweinerassen“, „Deutsche Frauen, deutscher Herd ist Goldes wert“ oder„Mindestquote für deutsches Obst“. „Duderstädter Rathaus den Duderstädtern“ und „Duderstädter verteidigen ihre demokratischen Rechte“ hieß es auf Zwergen-Plakaten am Rathaus.

Aufmarsch umgeleitet

Dorthin wurde der „Freundeskreis“ von der Polizei im Bogen über Hinter- und Jüdenstraße geleitet. Wochenmarkt und das Bündnis-Picknick mit Punsch und Musik vom Band an der Unterkirche blieben ungestört von dem Aufmarsch der Rechten, die mit Muezzin-Rufen aus einem Pkw-Lautsprecher vor das Rathaus zogen – anders als am 22. Oktober diesmal mit gedrosselter Lautstärke. Jens Wilke (NPD) wetterte vor dem Rathaus gegen „Islamisierung, Zionisten, linke Subjekte, hysterische Systempresse und Millionen von Kulturfremden, die nach Europa strömen“. Am 22. Oktober war eine „Freundeskreis“-Kundgebung am Rathaus durch eine Straßenblockade verhindert worden. Deshalb hatte sich der „Freundeskreis“ erneut Duderstadt als Ziel auserkoren.

Scharfe Kritik übten Vertreter des Bündnisses an der Stadtspitze. Während der von 11 bis 20 Uhr angemeldete Aufmarsch des „Freundeskreises“ mit Kundgebungen vor Rathaus und Stadthaus genehmigt wurde, sei dem Bündnis ein politisches Warm-Up von 9.30 bis 10.30 Uhr vor dem Rathaus verwehrt worden. Das Handeln der Stadt grenze an Willfährigkeit, sagte ein Bündnisvertreter.

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