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Friedenstaube als Zeichen des Protests

Künstlergruppe will Kontrapunkt setzen Friedenstaube als Zeichen des Protests

Wie schon in den vergangenen Wochen haben sich auch an diesem Sonntag Anhänger des „Freundeskreises Thüringen / Niedersachsen“ am Obertor versammelt. Anders als in den Vorwochen bildete allerdings nicht das Kreuz auf dem Denkmal die Kulisse. Unbekannte hatten es zuvor durch eine Friedenstaube verdeckt.

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Versammlung unter der Friedenstaube: Am sonntäglichen Treffpunkt des „Freundeskreises“ haben Unbekannte das Kreuz verdeckt.

Quelle: Pintschak

Duderstast. Eine „regionale Künstlergruppe“ – so nennen sich die anonymen Initiatoren in einer Erklärung – bekannte sich zu der Aktion. Das Denkmal, mit dem der Opfer der Weltkriege gedacht werden soll, sei „nach den Herausforderungen der aktuellen Ereignisse weiterentwickelt worden.“ Ein Ziel der Aktion sei es, „einen Kontrapunkt zu der angemeldeten Demonstration rechter Kräfte zu setzen“.


Am Sonntag versammelten sich wieder Anhänger des „Freundeskreises Thüringen / Niedersachsen“ am Denkmal, um die Rede eines Sprechers zu verfolgen. Seinen Namen wollte er nicht nennen. Er wies eine Zuordnung des „Freundeskreises“ zum rechten Spektrum von sich. „Wir sind weder links noch rechts“, sagte er vor den Zuhörern. 76 sollen es nach Angaben des „Freundeskreises“ gewesen sein. „Wir sind einfach nur Bürger dieses Landes. Und wir sind mit der Situation, in der sich unser Land, in der sich Europa befindet, nicht einverstanden.“ Jeder der Anhänger habe „berechtigte Sorgen“ um Zukunft, Kinder, Enkelkinder, Arbeitsplätze, Steuererhöhungen oder den Euro. Ziel des „Freundeskreises“ sei eine grundsätzliche Veränderung. Der Sprecher forderte unter anderem dazu auf, den Konsum einzustellen, um das System zum Zusammenbruch zu bringen.

Foto: Pintschak

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Nach Angaben der Polizei versammelten sich auf der Kreuzung am Obertor in unmittelbarer Nähe zum Denkmal rund 180 Gegendemonstranten. Sie waren dem Aufruf der Duderstädter SPD, der Grünen und der Wählergemeinschaft Duderstädter Bürger (WDB) gefolgt, lärmten gegen den „Freundeskreis“ an und sangen Lieder.

 
Gegendemo-Organisator Hans Georg Schwedhelm richtete zwei Wünsche an die Stadt Duderstadt: Zum einen bat er Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU), sich dem Protest anzuschließen. Zum anderen regte er eine Umgestaltung des Denkmals an. „Wir befürchten, dass dieser Veranstaltungsort zu dem Versammlungsort für Rechte in Südniedersachsen wird“, begründete Schwedhelm. „Wenn man das Denkmal friedlicher, freundlicher und bunter gestaltete, haben die Rechten vielleicht gar keine Lust mehr, nach Duderstadt zu kommen“, erklärte er seine Idee.

 
Nach übereinstimmenden Angaben in beiden Kundgebungen wollen die Mitglieder des „Freundeskreises Thüringen / Niedersachsen“ auch am Sonntag, 27. Dezember, wieder am Denkmal demonstrieren. Für den Januar und Februar hat Schwedhelm dort Versammlungen angemeldet, damit keine weiteren Treffen des „Freundeskreises“ stattfinden können.

 
Dessen Mitglieder kündigten eine weitere Präsenz in Duderstadt an. Ab Januar werde eine andere Örtlichkeit aufgesucht werden, mit der „mehr Anwohner“ erreicht werden sollen.

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