Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Friedenstaube verdeckt Eisernes Kreuz

Künstlergruppe kritisiert Demonstrationen Friedenstaube verdeckt Eisernes Kreuz

Mit einer Friedenstaube über dem Kreuz des Denkmals am Obertor demonstriert eine regionale Künstlergruppe ihre Ablehnung „rechter Kräfte“ in Duderstadt. So erklären es die anonymen Künstler in einer  Mitteilung. Doch das an Picassos Friedenssymbol angelehnte Kunstwerk soll mehr als das vermitteln, schreiben die Initiatoren.

Voriger Artikel
Friedenstaube als Zeichen des Protests
Nächster Artikel
Hasenpest im Südharz ausgebrochen

Mit einer Friedenstaube über dem Kreuz des Kriegerdenkmals am Obertor demonstriert eine Künstlergruppe ihre Ablehnung „rechter Kräfte“ in Duderstadt.

Quelle: Pintschak

Duderstadt. „Besonders in der augenblicklichen Weltsituation ist dieses Symbol notwendig, um den Bürgern und Politikern klarzumachen, dass nur ein Ende der Kriege der Weihnachtsbotschaft entspricht“, heißt es in der schriftlichen Erklärung. Sie wurde am Sonntag während einer Kundgebung von SPD, Grünen und Wählergemeinschaft Duderstädter Bürger (WDB) am Obertor verlesen. Das Bündnis hatte zu einer Demonstration gegen eine weitere „Mahnwache“ des „Freundeskreises Thüringen / Niedersachsen“ am Denkmal für die Gefallenen der Weltkriege aufgerufen.

 

Auf dessen Spitze ist ein sogenanntes Eisernes Kreuz angebracht. Es handelt sich dabei um ein in seiner Form von einem christlichen Kreuz abgeleitetes Symbol. „Es wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts während der Befreiungskriege gegen Napoleon gestiftet“, erklärt Götz Hütt von der Geschichtswerkstatt Duderstadt. Das Eiserne Kreuz sei ein nationales Ehrenzeichen für „mutigen, heldischen Kampf im Krieg“. „Einer Friedenstaube ist es deshalb angemessen, ein Eisernes Kreuz zu verdecken“, beurteilt er die Aktion.

 

Nur Friede bringe die Flüchtlingsströme zum Versiegen.  Hass und Menschenverachtung in jeder Form seien nicht zukunftsfähig, erklären die ungenannten Initiatoren der Aktion weiter. „Dabei muss leider auch darauf hingewiesen werden, dass gerade Deutschland zu den wenigen Staaten gehört, die ihre Rüstungsproduktion nicht verringert, sondern ausgeweitet haben.“

 

Das Werk am Obertor sei „unter Zuhilfenahme internationaler Inspiration“ entstanden, erklären die Künstler die Reminiszenz an Pablo Picassos Friedenstaube. Er hatte sie für den Pariser Weltfriedenskongress 1949 entworfen und lithographiert. 1955 erhielt er dafür den Weltfriedenspreis.

 

Da die Botschaft des Werks noch länger wirken müsse, hat die Künstlergruppe die Taube an die Stadt Duderstadt übertragen. Damit sei die Stadt Duderstadt berechtigt, das Kunstwerk weiterhin zu nutzen und zu pflegen.

 

Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) kündigte an, die Taube am Denkmal zu belassen, sofern sie gut gesichert sei und das Denkmal keinen Schaden davontrage. Dann werde sich die Stadt in Ruhe überlegen, wie mit dem Kunstwerk umgegangen werde. „Die Stadt wird die Taube gern als Symbol des Friedens für eine Weile dort belassen. Ich verstehe sie als besonderes Zeichen in dieser Zeit.“

 

Der „Freundeskreis“ hat die Aktion auf seiner Facebook-Seite bereits aufgegriffen – und befürwortet: „Die Friedenstaube als perfekt passendes Symbol für unsere friedlichen Ziele“, heißt es in einem Beitrag vom Sonntagabend. Wie die Künstlergruppe zu dieser Aussage steht, war noch nicht zu erfahren.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Herbstfest in Rhumspringe

©Richter