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„Love-Parade“ mit 2000 Katholiken

Fronleichnamsprozession „Love-Parade“ mit 2000 Katholiken

Rund 2000 Katholiken haben sich nach Schätzung der Polizei an der Fronleichnamsprozession in Duderstadt beteiligt – so viele wie seit Jahren nicht mehr. Während beim Katholikentag in Leipzig gesellschaftspolitische Themen im Vordergrund stehen, ist es hier die Bekundung des Glaubens.

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Fronleichnamsprozession in Duderstadt

Quelle: OT

Duderstadt. Dass sich das nicht trennen lässt, verdeutliche Propst Bernd Galluschke am Donnerstag in einer der letzten Messen in der Basilika St. Cyriakus vor der mehrmonatigen Sanierungspause. An die Speisung der 5000 anknüpfend, sprach er von der Herausforderung, dass „alle im weitesten Sinne satt werden“, Sinnstiftung einbezogen. Die Prozession mit Liedern und Gebeten bezeichnete Galluschke als „Love-Parade“, als „Liebeslieder-Parade mit besonderem Ton“, und schlug einen Bogen zur Schlagerwelt. „Wer nur an sich denkt, lebt vergebens“, zitierte er aus Peter Alexanders Song „Unser täglich Brot ist die Liebe“, deutete Lieder von Drafi Deutscher („Marmorstein und Eisen bricht“) und Helene Fischer („Wäre heut‘ mein letzter Tag“) auf Jesus als „Brot des Lebens“ um: „Gelebte Nächstenliebe lässt Jesus lebendig werden.“ Gleichgültigkeit und Bequemlichkeit würden sich in Beziehungen einschleichen, auch in die zu Jesus. „Unser tägliches Leben könnte eine Love-Parade für Jesus sein“, sagte Galluschke. Dafür würden drei Worte reichen: „Ich liebe Dich.“


Einen grünen Schal als Erkennungszeichen wie beim Katholikentag in Leipzig, von dessen Einwohnern nur 4,3 Prozent katholisch sind, trug bei der Prozession keiner. „Wir machen heute unseren Katholikentag hier und tragen Christus durch unsere Straßen“, meinte Galluschke, der die Monstranz mit der Hostie trug. Die Straßen wurden vor der Prozession geschmückt und beflaggt, Gossen gekehrt, Birkengrün an Laternen gebunden, Freialtare aufgebaut, Kruzifixe, Madonnenfiguren und Blumenschalen vor Haustüren und Geschäftseingängen platziert.

Die meisten Geschäfte in der Innenstadt blieben am Donnerstagvormittag geschlossen, die meisten Schulen ebenfalls, obwohl das Hochfest Fronleichnam anders als in Hessen, fünf weiteren Bundesländern im Süden und Westen sowie in Teilen Thüringens wie dem Eichsfeldkreis kein Feiertag in Niedersachsen ist. Arbeitnehmer und Schüler konnten sich aber befreien lassen. Das galt auch für das Eichsfeldgymnasium, das im Gegensatz zu anderen weiterführenden Schulen keine Fronleichnamspause einlegte. „Die meisten Schüler machen aber keinen Gebrauch davon, dem Unterricht fernzubleiben“, sagte Schulleiter Thomas Nebenführ, der in der Prozession mitmarschierte. „Herr, wohin sollen wir gehen?“, wie es auf einer Holztafel vor einem Friseursalon hieß, dürften sich hingegen viele Hessen und Thüringer gefragt haben, die den Feiertag zum Shoppen nutzten.

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©Richter