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"Für Osterode" hofft auf höhere Transparenz durch Til Schweiger

Gespräch mit Betreiberfirma und Schauspieler "Für Osterode" hofft auf höhere Transparenz durch Til Schweiger

Die Bürgerinitiative "Für Osterode" begrüßt das Engagement Til Schweigers hinsichtlich einer geplanten Flüchtlingsunterkunft auf dem Gelände der ehemaligen Rommel-Kaserne. Allerdings habe der Schauspieler ebensowenig Erfahrung mit Erstaufnahmeeinrichtungen wie "Princess of Finkenwerder".

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Quelle: DPA

Osterode. Schweiger sei "ein begnadeter Schauspieler und sein Engagement für Flüchtlinge beispielhaft", erklärte Bernd Hausmann von der BI am Sonnabend. Allerdings habe es bisher noch keine Möglichkeit gegeben, mit ihm oder mit Wolfgang Koch von Princess of Finkenwerder GmbH & Co. KG in den Dialog zu treten, um sich ein genaueres Bild über die Pläne zu machen. „Wir sind gesprächsbereit“, erklärte Klaus-Richard Behling.

Die Mitglieder der Bürgerinitiative setzten sich derzeit intensiv mit generellen Herausforderungen der Flüchtlingsunterbringung auseinander. Diese seien auch für das Osteroder Projekt von großer Wichtigkeit. So äußern sich Hausmann und Behling besorgt über eine mögliche Absenkung gesetzlicher Mindeststandards bei der Errichtung von Flüchtlingsunterkünften. Entsprechend der gegensätzlich lautenden Forderung des Vereins Pro Asyl, Kontrollen hinsichtlich bau-, gesundheits-, brand- und unfallrechtlicher Vorschriften zu verstärken, erscheine eine Entschärfung der Regeln "alles andere als zielführend".

Zudem setzt sich die BI für einer Unterbringung von Flüchtlingen in Wohnungen statt in Gemeinschaftsunterkünften ein.

Auch hierbei führt sie Argumente von Pro Asyl an. Der kritisiert, dass die Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften die schlechtere Variante darstelle. Daher sollte sie so kurz wie möglich gehalten werden. Zu vermeiden sei, "Gemeinschaftsunterkünfte mit Kasernencharakter in abgelegener, isolierter Lage, die eine Gewährleistung der Privatsphäre der einzelnen aufgrund beengter Mehrbettzimmer nicht zulassen." Die BI weist auf den Wohnungsleerstand in Osterode hin. "Ein dezentrales Betreuungs- und Unterstützungsmodell von Wohngruppen wäre daher möglicherweise eine viel sinnvollere Variante für die geplante Flüchtlingseinrichtung und würde eine menschenwürdigere Unterkunft der Menschen ermöglichen." Beispiele aus Mülheim und Leverkusen zeigten, dass mit diesem Konzept Flüchtlinge schnell und und in großer Zahl untergebracht würden. "Nach Angaben von Stadt, Caritas und Flüchtlingsrat spare das Geld", so Hausmann.

Er bemängelt die fehlende Transparenz bei privaten Betreibern. "Bei der Informationsveranstaltung zur Erstaufnahmeeinrichtung in der Osteroder Stadthalle wurde deutlich, dass weder Innenministerium noch Princess of Finkenwerder als geplanter Betreiber zur Veröffentlichung von Details der geplanten Zusammenarbeit bereit sind", o Jon Döring. Er hoffe, dass durch die Kooperation mit Schweiger die Öffentlichkeit besser informiert werde, Dies sei nötig, um " das Vertrauen der Bevölkerung in Princess of Finkenwerder zurückzugewinnen". Derzeit wisse die Bevölkerung nicht ausreichend über geplante Rahmenbedingungen bescheid, moniert  Markus Lau.

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