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Furioses Finale bei „Queen of Rock“ in Duderstadt

Leben des Superstars Tina Turner Furioses Finale bei „Queen of Rock“ in Duderstadt

Kein Vorhang geht auf. Der Blick auf die Bühne der fast ausverkauften Eichsfeldhalle ist frei, während sich die Zuschauer ihren Platz in den Rängen suchen. Auf der Bühne wird unbeeindruckt vom hereinströmenden Publikum des Jahres 2014 getrunken, geraucht und gefeiert.

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St. Louis in den 40ern: Aus der Krankenschwester Anna Mae Bullock (Peti van de Velde, Mitte) wird Superstar Tina Turner.

Quelle: Schauenberg

Duderstadt. Dort ist die Zeit stehengeblieben: St. Louis in den 40ern. Schon beim gespannten Warten auf den Beginn des Musicals „Queen of Rock“ – veranstaltet von der Theater und Konzertvereinigung (TKV) – über das Leben der Pop-Legende Tina Turner wurden die Zuschauer Teil der Straßenszene in der Südstaatenmetropole, wo Schwarze nichts gelten.

Der Pianist und Komponist Christian Auer hat sich die Elemente der frühen Black Music zu eigen gemacht und Rhythm & Soul mit rockigen und popigen Klängen vermischt. Aus diesen Grundlagen ist ein Musical entstanden, das nicht nur ein Tribut an Tina Turner ist, sondern auch eine Geschichte von Diskriminierung, Ruhm und der Überschreitung von Grenzen erzählt.

Das Publikum ließ sich ein auf die ungewöhnlich offene Ouvertüre. Die ersten begeisterten Pfiffe schrillten bei den Saxophon-Soli von Jurek Zimmermann. Der schwüle Sommer von St. Louis war angekommen im Oktober des Eichsfelds.
Der studierten Jazzsängerin Peti van der Velde gelang in der Rolle von Tina Turner nicht nur stimmlich eine große Nähe zum Idol.

Gestik, Mimik, ihr ganzer Körper schienen die Wandlung der Krankenschwester Anna Mae Bullock zum Superstar Tina Turner zu verwirklichen. Und auch das übrige Ensemble hatte einiges zu bieten: Die Band meisterte die Genre-Wechsel von Rhythm & Soul bis zum 80er-Pop mit Spielfreude und Leichtigkeit. Eingebunden in die Choreografien von Mario Mariano beeindruckte Lemuel Pitts als drogenabhängiger und gewalttätiger Vollblutmusiker Ike Turner.

Alvin le Bass, Stefanie Pütz, Charlotte Irene Thompson und Dominik Meurer gaben unter der Leitung von Stefan Zimmermann auch den Nebenrollen gesangliche und schauspielerische Tiefe. Das Publikum zeigte Begeisterung, johlte, trommelte.

„Eine Zugabe haben wir nicht“, entschuldigte sich Komponist Auer, der auch am E-Piano zu hören war. Dennoch bat er die Gäste, nach einer kurzen Umbaupause wieder Platz zu nehmen. Und dann ging die Post ab: Als Tina-Turner-Cover-Band rockten die Musiker die Bühne.

Die echte Tina hätte nicht mehr gefeiert werden können als Peti van der Velde, die im Leder-Mini die großen Turner-Hits interpretierte. Bei „Nutbush City Limits“ saß niemand mehr auf seinem Stuhl, der Saal tobte, die Fans schrien. Der Abschluss des Musicals „Queen of Rock“ war ebenso ungewöhnlich wie der Anfang.

Von Claudia Nachtwey

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