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Dino-Spur in der Tonkuhle

Fußabddruck eines Riesenkrokodils Dino-Spur in der Tonkuhle

Ein ganz besonders seltenes Exponat soll Ende August dem Duderstädter Heimatmuseum überreicht werden: Der Abdruck eines versteinerten Archodinosaurier-Trittsiegels soll der Öffentlichkeit präsentiert werden. Das Riesenkrokodil stampfte vor rund 200 Millionen Jahren durch die Krebecker Tonkuhle.

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Quelle: GT

Duderstadt. Die Geschichte dazu ist kurios und spannend wie ein Krimi: Die Firma Britta Elverarth suchte Anfang der 1960-er Jahre im Harzvorland nach Erdölformationen. Dabei wurden versteinerte Dinosaurier-Trittsiegel gefunden, die aber nicht dem Landesamt für Denkmalpflege gemeldet wurden. Stattdessen landeten sie an der Wohnzimmerwand eines Geologen, wo sie von dem Arzt Josef Gerold Hünermund im Jahr 2011 gesehen und in ihrem Wert erkannt wurden.

Bereits in den 1930-er Jahren waren Dinofährten in der Kre-becker Tonkuhle entdeckt worden, Göttinger Geowissenschaftler unternahmen immer wieder Exkursionen dorthin. Im Laufe des Zweiten Weltkrieges gerieten die Funde jedoch in Vergessenheit. Erst 2012 fand der damalige Kreisarchäologe Klaus Grote im Institut für Geowissenschaften die verstaubten Unterlagen über die Dinofährten, nachdem ihm Hünermund einen Hinweis gegeben hatte. Hünermund stammt aus Germershausen und bedauerte, dass seiner Heimat ein wertvoller Fund vorenthalten worden sei. Er konnte den Geologen überreden, zumindest kurzzeitig einen der versteinerten Fußabdrücke herauszurücken, um eine Kopie davon im Landesamt für Denkmalpflege in Hannover herstellen zu lassen.

Dort habe Henning Haßmann als Amtsleiter hochkarätige Experten eingeladen, die übereinstimmend bestätigt hätten, dass es sich um das Original eines versteinerten Fußabdrucks des Archodinosauriers handele. Nach dem Tod des Geologen sei dessen Haushalt aufgelöst worden, die Dino-Fußabdrücke seitdem verschollen, berichtet Hünermund. In Absprache mit Haßmann hatte sich der gebürtige Eichsfelder dafür eingesetzt, dass der einzige erhaltene Gipsabdruck als Leihgabe im Duderstädter Heimatmuseum ausgestellt wird.

Am Dienstag, 30. August, soll das Trittsiegel im feierlichen Rahmen mit Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) und weiteren geladenen Gästen dem Heimatmuseum übergeben werden. „Das Trittsiegel ist mehr als 100 Millionen Jahre älter als die Dinofährten im Dinopark Münchehagen“, betont Hünemund und spricht von einer paläontologischen Sensation in der Region. ny

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