Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Fußgängerzone für Anwohner frei

Duderstadt Fußgängerzone für Anwohner frei

Seit Inkrafttreten der Satzung über die Sondernutzung mit Fahrzeugen in der Fußgängerzone haben das Ordnungsamt und die Polizei Kontrollen in der Innenstadt vorgenommen. Eines der Ergebnisse: Nicht jeder Autofahrer weiß, was erlaubt ist und was nicht.

Voriger Artikel
Schwer verletzt: 75-Jährige von Auto erfasst
Nächster Artikel
Uneinsichtiger Leinefelder: Anzeige wegen zu lauter Musik
Quelle: dpa (Symbolbild)

Duderstadt. „Es muss weitere Aufklärungsarbeit geben“, ist sich Duderstadts Ortsbürgermeister Hubertus Werner (CDU) sicher. Eines der Signale müsse lauten, dass die Anwohner der Straßen, die im Bereich der Fußgängerzone liegen, keinesfalls schlechter gestellt würden als die übrigen. „Anwohner können jederzeit vor ihre Haustür fahren, um ihre Einkäufe auszuladen oder um jemanden abzuholen oder zu bringen“, erklärt Werner, was mit Paragraf 3b der Satzung gemeint ist. Darin heißt es: „Ein- und Ausfahrt für und durch Anwohner der Fußgängerzone zur Durchführung von Lieferungen und Leistungen ohne zeitliche Beschränkung mit Ausweis“ fielen in die sogenannten erlaubnisfreien Sondernutzungen. Auch der gewerbliche Lieferverkehr durch Transportunternehmer und Gewerbetreibende sei ohne besondere Erlaubnis uneingeschränkt möglich. So sei es in Paragraf 3a festgelegt, ergänzt Städtische Direktorin Annelore von Hof. Zu den berechtigten Personen gehörten gleichermaßen Schwerbehinderte und deren Begleitpersonen oder Beförderungsunternehmen wie Fahrer von Mietwagen oder dringenden privaten Krankentransporten und zu Arztbesuchen. Auch  Müllabfuhr, Straßenreinigung, Winterdienst, Touristenbusse, Linienbusse und Fahrzeuge von Übernachtungsgästen des Hotel Zum Löwen zum Be- und Entladen dürfen die Fußgängerzone jederzeit befahren.

 
Jeder, der darüberhinaus die Fußgängerzone mit seinem Auto nutzen wolle, brauche eine Genehmigung. Sie werde in begründeten Ausnahmefällen erteilt, heißt es in der Satzung. Handwerker beispielsweise können eine Genehmigung erhalten, Pflegedienste und Marktbeschicker ebenfalls. Für letztgenannte Gruppe sei für eine bestimmte Fläche eine Genehmigung zum Parken möglich.

 
Für alle anderen gelte, dass Zu- und Abfahrten auf dem kürzesten Weg zu erledigen seien, erklärt Duderstadts Polizeichef Otto Moneke. Laut Paragraf 5b ist zudem der Aufenthalt der Fahrzeuge auf die „unbedingt notwendige Dauer zu beschränken“.

 
In diesem Paragraf sei zudem beschrieben, dass das Gebot der gegenseitigen Rücksichtnahme gelte, erklärt Moneke: Fußgänger haben Vorrang, das Fahrverhalten ist der Situation anzupassen, die Höchstgeschwindigkeit beträgt Schritttempo.

 
Alle Regelungen gelten nicht für die Tage, an denen in der Stadt Sonderveranstaltungen wie beispielsweise die Themenmärkte stattfinden. Auch im Falle von Arbeiten an den Versorgungsleitungen könne das Sondernutzungsrecht verwehrt werden, heißt es in der Satzung.

 
„Wenn sich alle an die Satzung hielten, wären wir schon einen Schritt weiter“, sagt Herbert Schmalstieg, stellvertretender Vorsitzender bei Treffpunkt Stadtmarketing. ne

Info

 Im Zusammenhang mit den Verkehrskontrollen in der Fußgängerzone Duderstadt und der Satzung Sondernutzungen zum Befahren der Fußgängerzone bittet die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) um die Beantwortung der Frage, wie viele Sondernutzungsgenehmigung durch die Stadt Duderstadt ausgestellt worden sind, in der Sitzung des Rates der Stadt am Mittwoch, 2. Dezember. Das Gremium tagt um 17 Uhr im Stadthaus. „Die Fragen beziehen sich auf die Fahrzeuge, die ohne Berechtigung die Fußgängerzone befahren“, erklärt Fraktionsvorsitzender Hans Georg Schwedhelm. Außerdem wollen die Grünen wissen, ob Sondernutzungen befristet sind oder neu beantragt werden müssen. Im Falle von Handwerksbetrieben sieht die Satzung dies vor: Die Genehmigung muss jährlich neu eingeholt werden. Außerdem fragen die Grünen, ob Genehmigungen widerrufen werden können.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Apfel- und Birnenmarkt in Duderstadt

©Richter