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Gatzemeier will Linienbusse für mehr Leben in Duderstadt

Duderstadt Gatzemeier will Linienbusse für mehr Leben in Duderstadt

„Warum nicht einfach die bestehenden Buslinien nutzen, statt ein Rufsystem auf die Beine zu stellen?“ Diese Frage wirft im Zusammenhang mit der Diskussion um ein Stadtbussystem für die Duderstädter Innenstadt Engelbert Gatzemeier auf. Das WSB-Mitglied im Rat der Stadt Duderstadt unterstützt grundsätzlich die Idee eines öffentlichen Personennahverkehrs, der auch die Innenstadt abdeckt.

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Das Zentrum von Duderstadt soll mit Linienbussen belebt werden.

Quelle: Mischke/Archiv

Duderstadt. Allerdings sieht das Mitglied im Beirat des Zweckverbandes Verkehrsverbund Südniedersachsen (ZVSN) ein großes Problem: die Kosten. Beispiele wie aus Osterode und Herzberg zeigten, dass eigene Stadtbuslinien durchschnittlich eine Kostendeckung nur von rund zehn Prozent hätten. Damit sei ihr Ende programmiert. In den Beispielstädten hätten 70 000 beziehungsweise 50 000 Euro Kosten Einnahmen von rund 7000 beziehungsweise 5000 Euro gegenüber gestanden. In Osterode sei der defizitäre Betrieb deshalb zum Jahresende eingestellt worden. „Auch dort war der Wunsch aus der Bevölkerung da“, schildert er die Situation, in der sich auch die Duderstädter Verfechter eines Stadtbussystems aktuell befinden. Dennoch müsse auch gewährleistet sein, dass ein Bereitschaftsdienst – so wäre es im Falle des Rufbusses – vorgehalten werden könne. „Ich fände es sinnvoller, die bestehenden Buslinien durch die Stadt zu führen.“ An zwei Stellen in der Fußgängerzone, möglicherweise an der Unterkirche und am Rathaus sollten dann Haltestellen eingerichtet werden, an denen die Fahrgäste ein- und aussteigen könnten. Die Fahrtzeiten sollten sich zudem an den Öffnungszeiten der Geschäfte und an den Praxiszeiten der Ärzte vor Ort orientieren.

Gatzemeier sieht darin mehrere Vorteile. Zum einen würden ältere Menschen, auch aus den Dörfern, in die Lage versetzt, sich eigenständiger in Duderstadt zu bewegen. Zum anderen würden die Geschäfte in der Innenstadt gestärkt und damit zur Belebung beigetragen. Außerdem hätten die Busunternehmen eine höhere Auslastung und wären damit kosteneffizienter. „Damit könnten auch die Preise für Fahrscheine sinken.“ Und der Autoverkehr würde abnehmen, dadurch nämlich, dass ältere Menschen nicht einzeln von Verwandten in die Stadt gebracht würden. „Der demografische Wandel macht es nötig, ein neuen Stadtbuskonzept zu entwickeln“, glaubt Gatzemeier, der auch Haltestellen am Krankenhaus St. Martini und am Gelände der Firma Ottobock in die Überlegungen einbeziehen will. Seine Vorstellung ist, dass beispielsweise die Linien, die Rhumspringe und Gieboldehausen anfahren nach der Ankunft am Zentralen Omnibus-Bahnhof (ZOB) durch die Stadt, am Krankenhaus vorbei entlang der Firma Ottobock wieder zum ZOB fahren.

Dem ZVSN-Beiratsmitglied schwirren noch viele weitere Ideen im Kopf herum: Ein Geldrückgabe-System für Parkscheine beispielsweise. Einigten sich die Geschäftsleute darauf, könnte es Gutscheine geben für Menschen, die mit dem Bus in die Stadt fahren. Sie bekämen dann ihr Geld zurück. „Ich möchte keine Autos in der Stadt“, fasst Gatzemeier zusammen, „aber ich möchte, dass wieder mehr Leben einkehrt.“

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