Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Gebetskreise im Untereichsfeld verbreiten die Botschaften aus Medjugorje

Gottesmutter soll auf Balkan erscheinen Gebetskreise im Untereichsfeld verbreiten die Botschaften aus Medjugorje

Dass die Gottesmutter Maria auch Jahrhunderte nach ihrem Tod noch Menschen erscheint und ihnen Botschaften übermittelt, gehört zu den katholischen Glaubensüberzeugungen. Kontroversen gibt es in der Kirche dagegen um die Marienerscheinungen im Balkanort Medjugorje, zu denen sich drei Gebetskreise im Untereichsfeld bekennen.

Voriger Artikel
18 Teilnehmer beim Streckenfluglehrgang des Deutschen Aero Clubs in Hattorf
Nächster Artikel
Helfer retten Fünfjährigen im Freibad Duderstadt
Quelle: Ebener/dpa (Symbolfoto)

Eichsfeld. In Lourdes oder in Fatima ist die Gottesmutter erschienen. Da sind sich die meisten Katholiken sicher. Bei Medjugorje, wo die Gottesmutter seit dem 24. Juni 1981 einer Gruppe von Sehern Botschaften übermitteln soll, liegt die Sache anders. „Viele Katholiken wollen nichts davon wissen“, berichtet Cornelia Franke, die 2009 mit anderen den Medjugorje-Gebetskreis in Rüdershausen ins Leben rief.

Die Ablehnung hat damit zu tun, dass der Vatikan die Erscheinungen bisher nicht offiziell anerkannt hat. Trotzdem pilgern jedes Jahr Millionen Menschen in den Ort in der Herzegowina. Von „ziemlichen Spannungen“ zwischen dem örtlichen Bischof, einem Gegner, und den in der Region starken Franziskanern, die den Wallfahrtsort fördern, weiß Duderstadts Propst Bernd Galluschke.

„Die Gottesmutter von Medjugorje fordert von den Gläubigen Respekt vor den Priestern“, betont Franke. „Sie erwartet aber auch von den Amtsträgern, dass sie auf Knien den Erscheinungsberg hinaufrutschen“, ergänzt Adalbert Gerhardy, der 2002 den Medjugorje-Gebetskreis in Gieboldehausen initiierte. Hunderte Geistliche lassen sich darauf ein.

„Viele Christen entdecken in Medjugorje ihren Glauben neu“, berichtet Franke. Die Gottesmutter rufe zum Gebet, zu wöchentlichen Fastentagen, zur Bibellektüre und zum Messbesuch auf. Die fromme Praxis wiederum veranlasst Pfarrer im Eichsfeld den Medjugorje-Gruppen die Kirche für Rosenkranzgebete zur Verfügung zu stellen. In Giebeoldehausen kommen jeweils bis zu 80, in Bilshausen bis zu 40 und in Rüdershausen bis zu 30 Gläubige zu diesen Treffen.

Die Medjugorje-Anhänger vertreten die katholische Positionen oft entschieden. Die Eichsfelder werden darin vom Verein Medjugorje Deutschland bestärkt, an dessen Pilgerfahrten in die Herzegowina viele von ihnen teilnehmen. Der Verein ist 1988 von Hubert Liebherr und Albrecht Graf Brandenstein-Zeppelin gegründet worden.

Franke hat für sich zum Beispiel den Schutz ungeborenen Lebens entdeckt und nimmt an Demonstrationen gegen Abtreibungen in Fulda und Berlin teil. In der Hauptstadt, erzählt sie, habe sie kaum bekleidete Gegendemonstranten erlebt. Sie skandierten: „Hätte Maria abgetrieben, wärt ihr uns erspart geblieben.“

Gegenwind der säkularen Gesellschaft bekommen die Medjugroje-Anhänger zu spüren, wenn sie Homosexualität als Sünde bezeichnen. Innerhalb der katholischen Kirche gehen viele auf Distanz, wenn Medjugorje-Anhänger vor der Hölle warnen oder die Evolutionstheorie verwerfen. Propst Galluscke etwa betont die Liebe Gottes und warnt davor, die Bibel „mit einem naturwissenschaftlichen Lehrbuch zu verwechseln“.

Von Michael Caspar

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Apfel- und Birnenmarkt in Duderstadt

©Richter