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Geburtshilfe in Duderstadt wird geschlossen

Vinzenz-Verbund gibt Entscheidung bekannt Geburtshilfe in Duderstadt wird geschlossen

Die Schließung der Geburtshilflichen Abteilung im Krankenhaus St. Martini zum 30. Juni ist nicht mehr abzuwenden. Der Vinzenz-Verbund als Träger gab die Entscheidung am Montag bekannt.

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Die Geburtshilfe im Duderstädter Martini-Krankenhaus wird endgültig geschlossen.

Quelle: Wenzel

Duderstadt. Bis zum 10. März hatten Bürger, Politiker und Mitarbeiter gekämpft: Das Ergebnis einer Spendenaktion für den Erhalt bis Ende 2017 blieb aber weit hinter dem zurück, was nötig gewesen wäre: Etwa 80 Personen hätten rund 14500 Euro gegeben, teilte die Unternehmenskommunikation des Vinzenz-Verbundes als Träger das Ergebnis der Spendenaktion mit. Auch die Unterstützung durch die Förderinitiative, die 5000 Euro an projektbezogenen Mitteln zugesagt hatte, nützte da nichts: „Das Spendenziel wurde nicht erreicht und das deutliche Zeichen zum Erhalt der Geburtshilfe nicht gesetzt.“

Wären die 125000 Euro zusammengekommen, hätte der Träger dieselbe Summe dazugeschossen, um die Abteilung weiterlaufen zu lassen. Die Rettung wäre aber auch dann eine auf Zeit gewesen. Die Schließung hätte zunächst nur bis Ende 2017 aufgeschoben werden können. Nun soll bereits Ende Juni Schluss sein. Die Gründe seien auf Bundesebene zu suchen, so der Vinzenz-Verbund. Fehlende Wirtschaftlichkeit bei demografiebedingt geringer Geburtenzahl, steigenden Kosten durch wachsende Anforderungen an Betrieb und Personal sowie fehlender Personalnachwuchs seien die zentralen und vom Krankenhaus nicht beeinflussbaren Faktoren.

Eine Verdoppelung der  Geburtenzahlen oder ersatzweise eine höhere Vergütung pro Geburt über einen Sicherstellungszuschlag der Krankenkassen sieht St.-Martini-Geschäftsführer Markus Kohlstedde in absehbarer Zeit nicht kommen. „Daher kann ich die vom Träger getroffene Entscheidung nachvollziehen“, sagte er. „Trotzdem danken wir allen, die sich für St. Martini und für den Erhalt der Geburtshilfe eingesetzt haben.“ Die Förderinitiative werde kurzfristig die Spender kontaktieren, um vereinbarungsgemäß die zweckgebundenen Spenden zurückzuerstatten. Das Krankenhaus habe in den vergangenen Wochen ein hohes Maß an Identifikation erfahren, lobte Kohlstedde. „Wir brauchen gerade in dieser Zeit den Rückhalt und das Vertrauen aller Eichsfelder, um auch künftig eine großes Leistungsspektrum anbieten zu können.“

"Wir sind schwer enttäuscht"

Für die Organisation der Angebote um die Geburt herum wie Vorbereitungskurse, Schwangerengymnastik und Rückbildungskurse sagt der Krankenhausgeschäftsführer den freiberuflichen Hebammen die volle Unterstützung des Hauses zu, beispielsweise auch durch Bereitstellung von räumlichen Kapazitäten.

„Wir sind schwer enttäuscht, dass der katholische Träger sich aus wirtschaftlichen Gründen nicht in der Lage sieht, eine so wichtige Station wie die Geburtshilfe aufrechtzuerhalten“, reagierte Doris Glahn auf die Mitteilung des Vinzenz-Verbundes. Die SPD-Ratsfrau ist auch Sprecherin des Aktionsbündnisses „Geboren in Duderstadt“. Als schweren Schlag für Familien in der Region bezeichnete sie die Entscheidung. „Den Begriff ,geboren in Duderstadt´ wird es künftig nicht mehr geben.“

„Mit der Entscheidung, die Geburtshilfe in St. Martini zu schließen, ist das Ende des Duderstädter Krankenhauses eingeleitet“, befürchtet der Duderstädter Ratsherr Gerd Goebel (CDU). „Mammon regiert die Welt und auch den Orden der Vinzentinerinnen, nicht Menschlichkeit“, übte er scharfe Kritik an der Entscheidung.

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©Richter