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Geldstrafe für Marihuana-Anbau

Prozess für Gieboldehäuser Geldstrafe für Marihuana-Anbau

Wegen des Besitzes von Betäubungsmitteln ist am Dienstag am Amtsgericht Duderstadt ein 63-jähriger Gieboldehäuser zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 30 Euro verurteilt wurden. Richter Michael Pietzek folgte damit dem Antrag von Rechtsanwalt Matthias Wuttke.

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Symbolbild

Quelle: dpa

Duderstadt. Dem Angeklagten wurde vorgeworfen, bis zur Durchsuchung seiner Wohnung im April 2015 in drei Indoor-Zelten Cannabispflanzen für den Eigenkonsum und Verkauf angebaut zu haben. Mit allen Pflanzenteilen rund 650 Gramm wurden sichergestellt und untersucht, deshalb von einer nicht geringen Menge ausgegangen. Die Anklagepunkte relativierten sich allerdings schnell.

Der verheiratete Vater von erwachsenen Kindern räumte Anbau und Besitz des Marihuanas ein, wies einen Weiterverkauf aber entschieden zurück. Wegen chronischer Erkrankungen und Angst vor einer Eskalation der Schmerztherapie mit Medikamenten wie Kortison sei er im Selbstversuch auf Cannabis ausgewichen. Das im Tee konsumierte Marihuana habe dafür gesorgt, dass er schmerzfrei einschlafen konnte. Als sinnvolle Alternative zur Polymedikation bescheinigte auch der Gieboldehäuser Arzt, bei dem der Angeklagte seit Jahren in Behandlung ist, die Selbstmedikation. Sie sollte aber künftig ärztlich begleitet werden. Diese Möglichkeit hatte der Angeklagte bislang verworfen, weil er die Öffentlichkeit scheute und die hohen Kosten aus eigener Tasche nicht hätte zahlen können. Ab 2017 werde aber seine Krankenkasse die Kosten dafür übernehmen. Lediglich ein- bis zweimal habe er einem ebenfalls chronisch erkrankten und inzwischen gestorbenen Bekannten ein Gramm Marihuana überlassen, räumte der Angeklagte ein.

Bei den beschlagnahmten rund 650 Gramm Cannabis mit knapp 33 Gramm THC wurde ein Wirkstoffgehalt von lediglich fünf Prozent nachgewiesen. „Das würde dazu führen, dass Kunden einen erschlagen“, kommentierte der Anwalt den Vorwurf des Dealens und verwies auf die umfassende Aussage des nicht vorbestraften Angeklagten.

Das Verfahren wegen Handels mit Betäubungsmitteln wurde in Übereinstimmung mit der Staatsanwältin eingestellt. Wegen des unerlaubten Besitzes nicht geringer Mengen an Betäubungsmitteln hatte sie allerdings neben einer Geldstrafe eine Freiheitsstrafe von vier Monaten gefordert, die zur Bewährung auszusetzen sei. Dem folgte das Gericht jedoch nicht, ging im Zweifel für den Angeklagten von einem minderschweren Fall aus und sah keine Anhaltspunkte, die gegen therapeutische Zwecke sprechen würden.

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