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Gemeinde will endlich den Rhumedamm sichern

Hochwasser Gemeinde will endlich den Rhumedamm sichern

Anhaltender Frost, schwere Schneefälle und dann abrupt einsetzendes Tauwetter bei strömendem Regen: Diese Wetterkonstellation sorgte vor gut 100 Jahren im Februar 1909 in Gieboldehausen für ein schweres Hochwasser. Der damals beschädigte Rhumedamm von 1833 ist bis heute nicht umfassend saniert, berichtet Ortsheimatpfleger Gerhard Rexhausen. Die Gemeinde habe das Problem aber zwischenzeitlich erkannt. Am 26. Januar stehe es auf der Tagesordnung des Bauausschusses.

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Hochwasser im Juni 1981: In der Rhumestraße herrschen Verhältnisse wie in der Grachtenstadt Venedig.

Quelle: Archiv Willi Bode

Im Winter 1908/09 herrschte klirrende Kälte, schreibt Lehrer Josef Koch in seiner Gieboldehäuser Chronik von 1958. Die Erde war zum Schluss einen halben Meter tief gefroren. Am 1. und 2. Februar fiel 30 Zentimeter Neuschnee. Dann begann es zu tauen und zu regnen. Kurz darauf traten Hahle und Suhle über die Ufer. Die Bewohner der Bahnhofsstraße meldeten Land unter. Am 4. Februar stand die Rhumestraße einen Meter unter Wasser. Die mächtigen Holzstämme auf dem Lagerplatz der Zimmerei Döring bekamen so viel Wasser unter den Kiel, dass sie sich in Bewegung setzten.
Auch Wiesen und Gärten versanken in den Fluten. Die Gieboldehäuser mussten in aller Eile ihr Vieh in Sicherheit bringen. Als das Wasser abgeflossen war, lagen auf den Wiesen bis zu zehn Zentimeter Sand. Die Flut hatte im Bereich der Hahle-Äcker an manchen Stellen bis zu einem halben Meter Mutterboden abgetragen.
Die Überschwemmung traf auch Duderstadt. Die Hahle flutete die Zuckerfabrik, die auf den Gelände der späteren Feilenfabrik stand, weiß Ortsheimatpfleger Rexhausen. Das Krankenhaus wandelte sich in ein Schwimmbecken. Die Eisenbahnverbindung zwischen Duderstadt und Teistungen, die erst 20 Jahre zuvor gebaut worden war, riss ab. Reisende mussten aussteigen, ein Stück zu Fuß gehen und dann in einen anderen Zug einsteigen.
Gieboldehausen, dass an Hahle, Suhle und Rhume liegt, war schon immer besonders stark hochwassergefährdet, betont Rexhausen. Immer wieder habe es schlimme Fluten gegeben: 1886, 1909 und zuletzt 1981. Die Politik habe ihre besondere Verantwortung gegenüber den Bürgern erkannt.
Der Bauausschuss tagt am Dienstag, 26. Januar, ab 16.15 Uhr im Sitzungssaal des Gieboldehäuser Rathauses, Hahlestraße 1. Weitere Themen sind Schlosspark, Straßenbeleuchtung und Flurbereinigung.

Von Michael Caspar

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