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Gemeinden gehen neue Wege

Kirchenaustritte Gemeinden gehen neue Wege

Mit kleinen Verletzungen beginnt die Entfremdung, die am Ende zum Kirchenaustritt führt. Das berichtet Weihbischof Nikolaus Schwertfeger im Rahmen des Dekanatszukunftstages, der am Wochenende in der Duderstädter Schule St. Ursula stattfand.

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Kirchenaustritt als letzte Konsequenz: Eichsfelder Gemeinden begegnen der Entfremdung mit neuen Angeboten.

Quelle: Thiele

Duderstadt. Der Geistliche hat vor kurzem begonnen, ausgetretene Mitglieder anzuschreiben und zum Teil bereits mehrseitige Antwort-Briefe enthalten.

Da gibt es jemanden, dessen Wünsche zur Gestaltung der Hochzeitsfeier vom Pfarrer kalt abgebügelt wurden. Andere zogen in eine fremde Stadt und erhielten von der neuen Gemeinde nicht einmal ein Begrüßungsschreiben. Eine Frau, die neu in einer Gemeinde war, suchte beim Osterfrühstück vergebens einen Platz. Alle waren schon reserviert. Sie ging weinend.

Schwertfegers Anregung für die Kirche der Zukunft: Christen sollten herzlich auf andere Menschen zu gehen, insbesondere auf solche Personen, die sie kaum oder gar nicht kennen. In den USA gebe es in katholischen Gemeinden einen Begrüßungsdienst, der an der Kirchentür insbesondere die Fremden anspreche und sich um sie kümmere. Von guten Beispielen lernen: Das war das Motto des Dekanatszukunftstags in Duderstadt. Auch im Eichsfeld probieren viele Gemeinden mit Erfolg neue Dinge aus.

In Duderstadt soll vor diesem Hintergrund Anfang November erstmals ein Nachmittag für die ganze Gemeinde stattfinden, bei dem es um ein Thema geht. Diesmal: „Glauben im Alltag“. Damit befassen sich nach einem Impuls im Plenum verschiedene Arbeitsgruppen. Die Ergebnisse werden am Ende im Plenum vorgestellt. Zum Schluss feiern alle gemeinsam Gottesdienst.

In Bodensee kommen die Katholiken montagabends zum Angelusgebet zusammen. Die Bilshäuser probieren neue Formen bei der eucharistischen Anbetung und beim Rosenkranz-Gebet aus. Damit erreichen sie auch jüngere Menschen. Brochthausen ist in der Region für seinen Bibelkreis bekannt. Eine Hauskreisleiterin rät, mit drei, vier Teilnehmern zu beginnen. Ein Mitbring-Buffet zum Auftakt breche das Eis.

Die jüngsten Teilnehmer beim Zukunftstag sind die beiden 13-jährigen Ministranten Simon Jakobi und Janina Engelberg aus Langenhagen. Sie suchen Anregungen, wie man die Messdiener bei der Stange hält. In Langenhagen hören diese auf, wenn sie 14 Jahre alt werden. Der Grund: „Keinen Bock, keine Zeit, Termine“, berichtet Jakobi. Ihre Gruppe sei in den vergangenen Jahren von 15 auf zehn Personen geschrumpft. Beeindruckt schauen die beiden nach Rhumspringe, wo es mehr als 60 Ministranten gibt.

Von Michael Caspar

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