Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 14 ° wolkig

Navigation:
Gemeinderat gibt keine Zustimmung

Geplante Ferkelzucht Gemeinderat gibt keine Zustimmung

Ein gemeindliches Einvernehmen zum Antrag der Wellen Agrar- und Handelsgesellschaft haben die Mitglieder des Gemeinderates Teistungen mehrheitlich abgelehnt. Gegen eine Ferkelzucht sprächen unter anderem die Immissionen, der bauplanerische Bestand und die Entwicklungsziele der Gemeinde.

Voriger Artikel
Wasser kaufen und helfen
Nächster Artikel
Geschichten, Gebete und Gaumenfreuden
Quelle: GT

Böseckendorf. Das Vorhaben liege im Geltungsbereich eines qualifizierten Bebauungsplanes, heißt es in der Stellungnahme, die Gemeindebürgermeister Andreas Kurze (CDU) an das Thüringer Landesverwaltungsamt schickt, das über den Antrag entscheiden muss. Mit den Festsetzungen des Bebauungsplanes sei das Vorhaben, eine Ferkelzucht zu betreiben, nicht vereinbar. Bei der Aufstellung des Plans habe die Gemeinde Teistungen eine Studie über Geruchsimmissionen des seinerzeit vorhandenen Mastschweinbetriebes berücksichtigt. Das Gutachten aus dem Oktober 1991 habe bestätigt, dass es Nutzungskonflikte geben werde. Die anzusiedelnden Gewerbebetriebe und die in Teistungen lebende Bevölkerung würden durch den vorhandenen Mastschweinbetrieb einer Geruchsbelästigung ausgesetzt.

Unzumutbare Geruchsbelästigung

In der Stellungnahme weist Kurze auch darauf hin, dass der Bebauungsplan eine Planstraße festsetze, die teilweise über das Grundstück der Antragstellerin laufe. Die Tierhaltung würde die Verkehrsplanung der Gemeinde durchkreuzen. Auch seien Grünstreifen vorgesehen, die von der Antragstellerin überbaut werden sollen. Darüber hinaus gebe es in der direkten Nachbarschaft genehmigte Wohn- und Geschäftshäuser, deren Bewohner und Nutzer durch die Ferkelzuchtanlage einer unzumutbaren Geruchsbelastung ausgesetzt seien. Und diese Belastung könne nicht durch einen angeblichen „Bestandsschutz“ gerechtfertigt werden. Denn das Vorhaben stelle eine Nutzungsänderung dar, für die eine Änderungsgenehmigung erforderlich sei. Auch wolle die Antragstellerin ein Kadaverhaus auf einem Weg der Gemeinde Teistungen errichten, was die Gemeinde nicht gestatten werde.

Auch der Status als staatlich anerkannter Erholungsort sei durch eine solche Anlage gefährdet, erklärte Teistungens Ortsbürgermeister Horst Dornieden (CDU). 1999 habe Teistungen diesen erstmals erhalten, 2016 sei er vom Freistaat Thüringen bis 2026 bestätigt worden. Mit Verweis auf das umfangreiche Verfahren erklärte er, dass es mit solch einem Betrieb mit 8800 Tierplätzen schwierig bis unmöglich sei, das Zertifikat noch einmal zugewiesen zu bekommen. So habe beispielsweise der Deutsche Wetterdienst ein Gutachten für das Bioklima und die Luftqualität von Teistungen erstellt und dabei die Anregung gegeben, dass an der Ampelanlage der Verkehr fließen solle, da das Abbremsen und Anhalten für eine Verschlechterung der Luftqualität sorge.

Gülleproblem

In der Diskussion der Ratsherren und der anwesenden Bürger wurde auch die Schaffung der Arbeitsplätze angesprochen. Während einige wenige Arbeitsplätze geschaffen würden, würden weitere verhindert, weil sich keine Gewerbebetriebe mehr ansiedeln würden, lautete eine Meinung, die mehrere aussprachen. Die anfallende Gülle war ebenfalls ein viel diskutierter Punkt. Es fiel auch die Bemerkung, die Anlage könne errichtet werden, aber nicht an der geplanten Stelle. Man müsse einen geeigneteren Ort finden.

Wie Ratsmitglied Marcel Schwetschenau (CDU) berichtete, sei die Unterschriftenaktion der von ihm mitbegründeten Bürgerinitiative (BI) „Pro Teistungen“ gut angelaufen. Innerhalb einer Woche hätten mehr als 600 Menschen unterschrieben. Allerdings sei im Nettomarkt auch eine Unterschriftenliste entwendet worden. Wegen der darauf enthaltenen Daten gebe die BI dem Täter die Möglichkeit, die Liste bis Sonnabend, 22. Juli, anonym in einem Umschlag bei der Gemeinde abzugeben. Ansonsten werde Anzeige erstattet, sagte er und verwies auf die Kameras im Nettomarkt.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Feuerwehrübung in Krebeck

©Richter