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Geplatzter Zigarettendeal endet in Erpressung

Prozessbeginn Geplatzter Zigarettendeal endet in Erpressung

Wegen versuchter räuberischer Erpressung in Tateinheit mit Körperverletzung, Nötigung und Freiheitsberaubung muss sich derzeit ein 33-Jähriger am Duderstädter Amtsgericht verantworten. Mitangeklagt ist ein 21-Jähriger wegen Beihilfe.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Duderstadt. Den Angeklagten wird zur Last gelegt, in der Nacht zum 20. Februar 2013 einen Bilshäuser gegen seinen Willen aus seiner Wohnung gezerrt und in ein Auto verfrachtet zu haben. Mit diesem sollen ihn die Angeklagten sowie mehrere andere zu einem Feldweg zwischen Bilshausen und Gieboldehausen gebracht haben, um ihn dort zu schlagen und mit der Aufforderung, 3600 Euro noch in derselben Nacht zu besorgen, zu Fuß nach Hause zu schicken. Zudem sollen die Täter, sollte der Mann zur Polizei gehen oder das Geld nicht an Land bringen, gedroht haben: Mit seiner Familie geschehe „etwas Schlimmes“, zitierte die Staatsanwältin die Drohung. Zu einer Geldübergabe kam es nicht - die Eltern des Bilshäusers riefen die Polizei, schilderte ein Zeuge.

Handschellen klicken im Gerichtssaal

Seine Aussage war mit einer Ausnahme die einzige des Verhandlungstages, da die Angeklagten keine Angaben machten, ein Zeuge nicht ermittelt werden konnte und zwei weitere die Aussage verweigerten. Bei ihnen - beide waren in derselben Sache bereits verurteilt worden - klickten die Handschellen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft ließ sie Richter Michael Pietzek in Beugehaft nehmen.

Beide aussagenden Zeugen brachten kaum Licht ins Dunkel dessen, was in der Tatnacht passierte: Der erste, ein 22-Jähriger, der ebenfalls wegen des Vorfalls in der Nacht verurteilt worden war, sagte aus, der jüngere Angeklagte habe in der Tatnacht mit ihm, dem späteren Opfer und mindestens einem weiteren Mann im Auto gesessen. Von 3600 Euro habe er nichts gehört, was „hinter einer Ecke“ mit dem Opfer passiert sei, habe er auch nicht mitbekommen. Vielmehr sei er „schockiert“ gewesen, dass die Männer nicht nur redeten mit dem „Typen“, der den „Zigarettenscheiß“ gemacht habe.

Damit umschrieb er die Vorgeschichte, aus der der zweite Zeuge einige Details berichtet. Der nämlich hatte sich, so sagte er aus, im Vorfeld auf einen Zigarettendeal eingelassen, zu dem es nie kam: Ein Bekannter habe ihm weisgemacht, das spätere Opfer besorge ihm 100 Stangen unversteuerte Zigaretten für 1500 Euro. Das Geld benötige er im Vorfeld für den Ankauf. Der 26-Jährige ließ sich darauf ein, stand aber anschließend mit leeren Händen da. „Der hat mir das Geld abgezockt“, sagte der Mann, der heute nicht mehr im Eichsfeld lebt. In der Nacht habe er erfahren, wo sich der angebliche Zigarettenlieferant aufhielt und ihn zur Rede stellen wollen. Das Geld habe aber jemand anderes eingefordert, auch mit den Schlägen und Drohungen habe er nichts zu tun gehabt. „Ich wusste gar nicht, was da abgeht“, sagte er - die Staatsanwältin allerdings glaubte ihm nicht.

Zwei weitere Verhandlungstage sind im Mai angesetzt.

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