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Gerblingeröder in Angst um Leib und Leben

Ortsdurchfahrt Gerblingeröder in Angst um Leib und Leben

Binnen kurzer Zeit sind zwei Autos in ein und dasselbe  Wohnhaus in Gerblingerode gekracht. Dagmar Freckmann und ihr Lebensgefährte Stefan Herkert haben Angst um Leib und Leben ihrer Familie sowie ihrer Nachbarn.

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Trügerisch: Nur scheinbar gelassen posieren Dagmar Freckmann und Stefan Herkert am Steintritt – einer gefährlichen Stelle.

Quelle: Pförtner

Am Sockel des Backsteinhauses in der Teistunger Straße 10 und am Kellerfenster sind noch Spuren des letzten Unfalles zu sehen. In Blickweite zur Kreuzung Gerblingeröder Straße/Lindentalstraße endete am vergangenen Sonnabend eine Drogenfahrt. Ein junger Autofahrer aus Kirchworbis hatte die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren und war auf die Hauswand des Wohnhauses geprallt (Tageblatt berichtete). 

„Es war nicht der erste Unfall dieser Art“, berichten Dagmar Freckmann und Stefan Herkert und können dies mit Fotos belegen. Am 12. Februar dieses Jahres, einem Donnerstagmorgen gegen 9.15 Uhr, sei schon einmal ein Auto „ans Haus gekracht“, so das Paar. Der dabei völlig zerstörte Steintritt sei erst in diesen Tagen erneuert worden. „Die unterste Stufe, 270 Kilogramm schwer, ist bis zum Nachbarhaus geflogen. So heftig ist damals der Aufprall gewesen.“ 

Zu schnell auf Achse

Vor sieben Jahren haben Freckmann, die in der Altenpflege arbeitet, und Herkert, von Beruf Installateur, das in den 1920er-Jahren errichtete Haus erworben und innen saniert. „Außen lohnt sich das nicht, wenn sich nicht bald etwas ändert an der Verkehrssituation und der Bundesstraße hier im Ort“, klagen beide. Denn eher als „Landebahn für Flugzeuge und „Beschleunigungsspur“ denn als innerörtliche Straße empfindet und erlebt das Paar die Ortsdurchfahrt: „Die Raser machen uns zu schaffen. Es wird viel zu schnell gefahren.“

Beide Unfälle seien auf zu hohes Tempo zurückzuführen, erläutern Freckmann und Herkert. Beide Male hätten junge Männer aus dem benachbarten Thüringen am Steuer der Autos gesessen. Aus Richtung Teistungen kommend seien sie auf ihr Haus geprallt. „Bei Tempo 50 könnte so etwas nicht passieren.“

Von „Horrovisionen“ sprechen Freckmann und Herkert nach den Unfällen. „Ich darf gar nicht daran denken, was passiert wäre, wenn die Autos in Fußgänger hineingefahren wären“, sagt Freckmann beim Betrachten der Unfallbilder und in Sorge um die eigenen Kinder Melina (elf) und Marvin (14). „Wir gehen schon gar nicht mehr vorne zu unserer  Haustür heraus, sondern immer über den Hof“, befürchtet Herkert, dass jederzeit wieder etwas passieren könnte.

Schulweg für Kinder

„Es geht nicht nur um uns, sondern auch um unsere Nachbarn und viele Einwohner in Gerblingerode“, erläutert das Paar und weist darauf hin, dass zirka 20 Kinder im Bereich der Teistunger Straße leben: Viele von ihnen gingen täglich an ihrem Haus vorbei zur Schule. Viele Einwohner im Ort nutzten den Bürgersteig auch als Weg zum Friedhof.

In einem Gespräch mit Ortsbürgermeister Dieter Thriene (CDU) haben Dagmar Freckmann und Stefan Herkert ihre Situation erörtert. „Ich habe vollstes Verständnis für die Ängste und Sorgen“, sagt Thriene, der zugleich auch Polizeichef in Duderstadt ist. Um nachhaltig Abhilfe schaffen zu können, sollten zunächst die Fakten anhand eines Messgerätes der Stadt Duderstadt ermittelt werden. „Gegen menschliches Fehlverhalten, wie bei beiden Unfällen geschehen, ist man jedoch hilflos“, so Thriene.

Von Heinz Hobrecht

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