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Gerda Köpps aus Duderstadt feiert 90. Geburtstag

Ein echtes Anreischke-Kind Gerda Köpps aus Duderstadt feiert 90. Geburtstag

Die gebürtige Duderstädterin Gerda Köpps ist am Montag 90 Jahre alt geworden. Fünf Generationen – Kinder, Enkel, Urenkel und Ururenkel John mit noch nicht einem Jahr als jüngster Nachkomme – waren zur Familienfeier und zum runden Geburtstag versammelt.

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Fünf Generationen, darunter auch Ururenkel John, kommen zum 90. Geburstag nach Hilkerode: Die Duderstädterin Gerda Köpps feiert im Kreise ihrer Familie.

Quelle: Schauenberg

Duderstadt. „Meine Mutter ist ein echtes Anreischke-Kind“, sagte Sohn Arthur Köpps, der den Vornamen seines Vaters weiterträgt. „Sie hat immer in Duderstadt gelebt. Wenn wir über den Markt gehen, dauert es keine zehn Minuten bis sie von alten Bekannten begrüßt wird.“ Während zwei von drei Töchtern auch in Duderstadt leben – „meine Stütze“, so Köpps – verschlug es Sohn Arthur, der in Göttingen studierte, als Lehrer und Leiter eines Gymnasiums nach Rheinland-Pfalz.

Neben ihren vier Kindern, eine Tochter lebt nicht mehr, hat die Jubilarin mittlerweile vier Enkel, drei Urenkel und einen Ururenkel. Alle sind sie zur Familienfeier ins Holztal nach Hilkerode gekommen. Gerda Köpps, geborene Müller, hat als Jugendliche noch die Zeit des Nationalsozialismus in Duderstadt erlebt. „Zweimal in der Woche mussten wir zu Jungmädel-Versammlungen“, erinnert sie sich. Zur Schule ging sie in die evangelische Volksschule. Heute ist im früheren Schulgebäude das Stadtarchiv untergebracht.

Nach der Schule musste sie wie alle Mädchen ein sogenanntes Pflichtjahr absolvieren, entweder in der Landwirtschaft oder in einer kinderreichen Familie. Gerda Müller kam zu einer Hutmacher-Familie in Duderstadt und musste dort den Haushalt erledigen. Danach ging sie zur Bahn und arbeitete als Schaffnerin zwischen Leinefelde und Northeim. „Wir mussten damals auch die Schranken schließen.“ Auch einen Tieffliegerangriff auf ihren Zug erlebte sie zum Ende des Zweiten Weltkrieges. „Wir wussten nicht, wo wir in Deckung gehen sollten.“ Kurz nach Kriegsende, im Oktober 1945, heiratete sie. Ihr Mann Arthur hatte als Kriegsversehrter überlebt und war dem Kessel von Stalingrad entkommen, über das zugefrorene Asowsche Meer.

In den 50er- und 60er-Jahren halfen sie und ihre Kinder im Ausflugslokal ihrer Eltern am Weinberg aus. „Wir haben im Obstgarten Kirschen gepflückt, es war eine schöne Zeit“, so Sohn Arthur. 1968 wurde das Lokal geschlossen, die Neue Heimat wollte am Hang eine Wohnsiedlung bauen, was aber aufgegeben wurde. Bis zum 85. trieb Gerda Köpps regelmäßig Sport. Auch nach ihrem Unfall geht die Tageblatt-Leserin wieder zur Aqua-Gymnastik und ins Fitness-Studio. Der „eiserne Wille“ einer Sportlerin.

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©Richter