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Gernrode feiert 650 Jahre Ersterwähnung und 28. Eichsfeldtage mit Festakt

Mit Liedern über die Freiheit Gernrode feiert 650 Jahre Ersterwähnung und 28. Eichsfeldtage mit Festakt

„Es wurde viel über Heimat, Tradition und Heimatverbundenheit gesprochen“, fasst der Eichsfelder Landrat Dr. Werner Hennig den Festakt zur 650-Jahrfeier Gernrodes und den 28. Eichsfeldtagen am Sonnabend im Gernröder Gemeindesaal zusammen. „Aber an einem solchen Tag sollte etwas Pathos erlaubt sein.“

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Quelle: Franke

Gernrode. Die Verbundenheit zur Region stellte bereits Gerold Wucherpfennig, Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsverbandes Eichsfeld (HVE) als erster Redner in seiner Begrüßung in den Vordergrund, ehe die Vereinigten Chöre von Gernrode und Tiftlingerode zur Musik „Conquest of Paradise“ von Vangelis in den Saal einzogen. Wie der Thüringer Landtagspräsident Christian Carius später anmerkte, unterhielten die Sänger das Publikum passend zur Eichsfelder Historie mit Liedern über die Freiheit, die ihren Höhepunkt im Chor der Gefangenen aus der Verdi-Oper Nabucco fanden.

Bürgermeister Gerd Hellrung erklärte den Gästen im Anschluss, dass Gernrode wahrscheinlich älter sei: „Aber unser Ort wurde eben vor 650 Jahren erst zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Und daran müssen wir uns halten.“ Dass die Gemeinde parallel zum Ortsjubiläum – übrigens das erste, das Gernrode in seiner Geschichte feiert – gemeinsam mit dem HVE und dem Bund der Eichsfelder Vereine in der Fremde die Eichsfeldtage ausrichte, sei von der Partnergemeinde Tiftlingerode und da besonders von Ortsbürgermeister Gerd Goebel angestiftet worden.

Landrat Henning griff in seinem Grußwort dann wieder den Heimatbegriff auf: „Die Rückerinnerung an die Heimat ist ja besonders für die Eichsfelder in der Fremde immer von Bedeutung gewesen, so wie die Frage: Was hätten Vater und Mutter in diesem oder jenem Fall getan?“ Dabei habe der Landrat laut Clarius nett formuliert, dass das Eichsfeld nicht nur ein Landkreis sei, sondern vor allem eben Heimat. „Und gerade hier fühlen sie sich sehr stark mit ihrer Region verbunden“, beschrieb der Landtagspräsident. So würden 93 Prozent der Thüringer froh sein, im Freistaat zu leben. „Aber im Eichsfeld sind es eben 96 Prozent. Hier ist viel erreicht worden. Das hat vielleicht auch etwas mit der Sichtweise zu tun, nicht gegen etwas, sondern für etwas einzustehen.“

Der Festkomitee-Vorsitzende Rolf Berend erinnerte in seiner Festansprache an die Zeit der Wende die Einheit und den darauf folgenden Aufbau. „Erst 1990 konnte sich der Wunsch eines Hoffmann von Fallersleben erfüllen, den er im helgoländischen Exil niederschrieb: „Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland.“ Und was daraus entstanden ist, verdeutlichte er mit den viel zitierten Worten Helmut Kohls von den „blühenden Landschaften“: „Ich gebrauche diesen Begriff ganz bewusst. Wer daran zweifelt, soll sich nur in unserer unmittelbaren Heimat einmal umsehen. Wer jedoch meint, unter blühenden Landschaften das Paradies zu finden, der wird immer ein Suchender und Unzufriedener bleiben.“

Von Rüdiger Franke

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