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Gesang als Wohlfühlfaktor

Erzählcafé in Waake Gesang als Wohlfühlfaktor

Musik hat beim vergangenen Erzählcafé in Waake den Ton angegeben. Mehr als 30 Teilnehmer haben im Dorfgemeinschaftshaus eine Menge über Volkslieder erfahren und bekannte Kompositionen gesungen.

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Georg Schütte spricht über die Bedeutung von Volksliedern und bringt Zuhörer im Waaker Dorfgemeinschaftshaus zum Singen.

Quelle: Richter

Waake. „Wo man singt, da lass dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder“, zitierte Inge Curdt vom Team des Erzählcafes zum Auftakt eine bekannte Gedichtstrophe und verband dies mit der Frage „Stimmt das?“ Mit Blick auf terroristische Gruppierungen erinnerte sie daran, dass die Taliban 1996 in Afghanistan Musik verboten hätten, nachdem sie an die Macht gekommen waren, ebenso die Gruppe Boko Haram in Westafrika.
Dabei gebe es in der islamischen Welt auch ein reiches Musikleben, das immer auch Europa beeinflusse habe, im Wesentlichen durch das maurische Spanien im 10. bis 15. Jahrhundert. Curdt verwies darauf, dass viele noch heute benutzte Musikinstrumente orientalischen Ursprungs seien wie Gitarre, Horn, Laute, Querflöte, Trompete, Schalmei und Zimbel.
Menschen fühlten sich wohl, wenn sie gemeinsam Musik hören und betreiben und die einfachste Form sei das Singen, so die Referentin. Nicht umsonst gebe es eine Kategorie Wiegenlieder. Die meisten hätten mit ihren kleinen Kindern gesungen und die beruhigende Wirkung eines solchen Liedes am eigenen Leibe gespürt. Auch altersdemente Personen reagierten auf Lieder. Manchen, denen das Sprechen schwer falle, fielen beim Singen lange Textpassagen wieder ein. Singen spiegele unsere Gefühle wieder und das werde im Volkslied besonders deutlich. „Das Volkslied begleitet unser Leben von der Wiege über Kinderlieder, Wanderlieder, Tanz- und Liebeslieder, über die Jahreszeiten bis zum Abschied und Tod“, sagte Curdt.
Nach der Theorie folgte die Praxis: Georg Schütte aus Seeburg, Hobbymusiker, Leiter des Kinderchores „Die Seeschwalben“ und seit über 40 Jahren Kirchenorganist in seinem Heimatort, präsentierte Beispiele für das vielschichtige Genre Volkslieder und brachte mit seinem Akkordeon die Zuhörer zum Mitsingen. Ob „Fuchs, du hast die Gans gestohlen“, „Im Krug zum grünen Kranze“, „Im schönsten Wiesengrunde“ oder bekannte Wanderlieder: Die Teilnehmer erhoben mit großer Begeisterung ihre Stimmen.
Zwischendurch berichtete der 57-Jährige oft augenzwinkernd von seinen persönlichen Bezügen zur Musik. „Meine Mutter hat behauptet, dass ich seit meiner Geburt schon gesungen habe“, berichtete er und erzählte, dass ihm mit drei Jahren sein Vater das Mundharmonikaspielen beigebracht habe. Das volkstümliche Lied habe ihn ein Leben lang begleitet, „es kam immer wieder zurück“.
Das musikalische Erzählcafé hat den Gästen gefallen. „Ich singe gerne, es ist schön, hier mal wieder eine Gelegenheit dazu zu haben“, so Besucherin Liselotte Zahnow aus Ebergötzen. „Das Schönste am Singen ist, dass man immer gut drauf ist“, sagte Hannelore Göttinger aus Ebergötzen und ergänzte: „Das lockert sofort auf.“

Von Axel Artmann

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