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Geschichtswerkstatt begibt sich in Duderstadt auf Spurensuche

Zwangsarbeiter in allen Wirtschaftsbereichen Geschichtswerkstatt begibt sich in Duderstadt auf Spurensuche

Etwa 13,5 Millionen Menschen wurden während der NS-Zeit zur Zwangsarbeit im Deutschen Reich verpflichtet. An die Lebensumstände und Schicksale der Zwangsarbeiter in Duderstadt erinnerten Götz Hütt und Günther Siedbürger von der Geschichtswerkstatt auf einem Stadtrundgang.

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Quelle: Richter

Duderstadt. Als alle wehrpflichtigen Männer während des zweiten Weltkrieges an die Front geschickt wurden, war es für die Daheimgebliebenen nicht leicht, die Familie zu ernähren. In der Landwirtschaft und jedem anderen Gewerbe bis hin zum Gesundheitswesen fehlten Arbeitskräfte. Um die Wirtschaft im Land am Leben zu halten, setzte das Nazi-Regime Zwangsarbeiter in allen Bereichen ein. Auch in Duderstadt waren hunderte untergebracht.

„Beantragen musste jeder selbst die Zuweisung von Zwangsarbeitern. Der Unterschied lag aber in der Behandlung, und viele Zwangsarbeiter litten unter katastrophalen Lebensbedingungen", sagte Hütt. Beim Rundgang durch Duderstadt wurden neben dem Rathaus – auch in der Verwaltung oder im Bauamt gab es Zwangsarbeiter – weitere Stationen wie das sogenannte „Polenlager" in der Kurzen Straße aufgesucht. Auch im einstigen KZ-Außenlager am Euzenberg oder im Krankenhaus St. Martini habe es Zwangsarbeiter gegeben, erklärte Siedbürger und las Berichte von Betroffenen vor.

„Als Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit wurde Zwangsarbeit in den Nürnberger Prozessen definiert", betonte Siedbürger, der ebenso wie Hütt die Wanderausstellung „Auf der Spur europäischer Zwangsarbeit Südniedersachsen 1939. 1945" mit konzipiert hatte, die nun dauerhaft in den Berufsbildenden Schulen II in Göttingen zu sehen ist.

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