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Gesprächsabend „Die USA im Wahljahr“ mit Stefan Koch

Auslandskorrespondent Gesprächsabend „Die USA im Wahljahr“ mit Stefan Koch

Einen Gesprächsabend über „Die USA im Wahljahr“ hat Stefan Koch, Auslandskorrespondent für den Madsack-Verlag in Washington, am Dienstag in der Alten Backstube in Duderstadt geleitet. Unter anderem stellte Koch die Präsidentschaftskandidaten vor und thematisierte das Amerikabild in Deutschland.

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Stefan Koch

Quelle: Richter

Duderstadt. „Wenn über Amerika berichtet wird, dann meist über Themen wie Waffen und Übergewicht, aber viel zu selten über das Alltagsleben“, machte Koch darauf aufmerksam, dass einige Medien mit Klischees arbeiteten.

Medienkonsumenten hätten dies, auch bei der Berichterstattung über die Präsidentschaftskandidaten, zu beachten. Ein gutes Beispiel hierfür sei das „Phänomen Donald Trump“, bei dem über die Person meist nicht tief genug berichtet werde.

Gerade der Milliardär sei entgegen vieler Erwartungen gegen die enge Verbindung von viel Geld und Wahlkampf. Ein weiteres Beispiel sei Hillary Clinton. Die ehemalige First Lady und Ex-Außenministerin stehe nicht für eine so viel sichere Politik wie es oft dargestellt werde. „Sie wird sich sicher nicht aus Konflikten in der Welt raushalten.“  

„Der eigentliche Wahlkampf hat noch gar nicht begonnen“, erklärte der Journalist. Wohl zwei Drittel der Amerikaner interessiere das Thema momentan noch gar nicht. „Daher melden sich jetzt viele Politiker zu Wort, die zwar keine Chance haben, aber zumindest die Themen in den Fokus rücken, die ihnen wichtig sind.

Und damit verändern sie auch die Position der Top-Kandidaten.“ So habe sich auf Seiten der Demokraten der 75-jährige Bernie Sanders, der unter anderem für kostenlose Universitäten kämpft, zu einem Idol der jungen Wähler und für Clinton zu einem überraschend hartnäckigen Konkurrenten in den eigenen Reihen entwickelt. Koch sieht die ehemalige First Lady dennoch als Top-Favoritin: „Sie kann den Sieg eigentlich nur noch selbst verstolpern.“ Aus europäischer Sicht sei sie vor allem eine professionelle Politikerin und vor allem aus ihrer Zeit als Außenministerin sehr gut vernetzt. Europa sei aber als Thema im Vorwahlkampf bisher nicht vorgekommen.

Der Korrespondent bedauerte die Eintrübung der bilateralen Beziehung zu den Vereinigten Staaten. „Im Gegensatz dazu ist die wirtschaftlich-ökonomische Beziehung so eng wie nie zuvor.  Deutsche Unternehmen haben in den vergangenen sechs Monaten rund 50 Milliarden Euro in den USA investiert.“

Pro Jahr gehen rund 200 000 Deutsche in die USA. Koch selbst lebt in Washington und kann die Lebensverhältnisse gut vergleichen. „Während zum Beispiel die Benzinkosten sehr niedrig sind, müssen die Amerikaner für Krankenhauskosten das Zehnfache wie in Deutschland bezahlen.“

Auch Bildung sei sehr teuer. So könnten Hochschulabsolventen unter Umständen mit bis zu 100 000 Dollar Schulden ins Berufsleben starten, sagte er. Überhaupt sei der Verschuldungsgrad des Staates und der Bevölkerung sehr hoch. Die Veranstaltung bildete den Auftakt für eine Reihe an allen Verlagsstandorten. „Als Langenhagener war mir wichtig, mit dem ersten Gespräch in Duderstadt zu starten“, erklärte Koch.

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